Riklin-Brüder: Zürich – Bern mit den 10 Geboten auf dem Sackkarren

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Gemeindeammann Max Schärer (Mitte, mit Jacke) und der Gemeinderat empfingen die Gruppe am Montagnachmittag. Bilder: Remo Wyss
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Frank (l.) und Patrik Riklin wollen mit ihrem Kunstprojekt bewusst kokettieren und der Gesellschaft eine Orientierung bieten.

Erschöpft, aber glücklich sitzt am Montag gegen 17 Uhr eine Gruppe Menschen hinter dem Gemeindehaus von Murgenthal. Mit dabei: Ein blauer und zehn gelbe Sackkarren. Mit Zurrgurten ist auf jedem der gelben Sackkarren eine Steintafel festgebunden. Der blaue dient als Transportmittel für Ersatzräder. Auf jeder Steintafel steht eines der zehn Gebote der beiden Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin. «Break in so others can break out», steht da etwa. Oder: «Keep processes going even if they seem to end».

«Die Idee dazu kam uns im März 2020», erklärt Frank Riklin. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Patrik meisselte er die Thesen im Juli 2020 vor dem Kloster St. Gallen in Steintafeln. Danach wurden die Platten, die zusammen rund eine Tonne wiegen, im Schanzengraben mitten in Zürich versenkt. Ein subversiver Akt, der am gängigen Wirtschaftsdenken rütteln sollte, wie Frank Riklin erklärt. Er fügt an: «Dort konnten die Tafeln allerdings nicht bleiben.» Deshalb haben die beiden Konzeptkünstler nach einem Ort gesucht, der den Platten Kunstasyl bietet. Aus 25 Bewerbungen hat eine unabhängige Jury schliesslich dem Museum für Kommunikation in Bern den Zuschlag erteilt. Öffentlichkeitswirksam erfolgt nun der Transport der Steintafeln zu Fuss mit den Sackkarren von Zürich nach Bern. An zehn Wandertagen zwischen dem 28. Juni und dem 9. Juli werden die etwas mehr als 100 Kilometer zwischen dem Finanzzentrum und der Bundeshauptstadt gemeinsam mit freiwilligen Gebotsschiebern absolviert. Aber weshalb eigentlich?

In Murgenthal wurde eine Tafel enthüllt

«Die zehn Gebote sind das Destillat unseres künstlerischen Schaffens», sagt Frank Riklin. «Dahinter können wir voll stehen, sonst hätten wir es nicht in Stein gemeisselt.» In Zeiten des Wandels wollen die beiden der Gesellschaft eine Orientierung bieten. Als es um die Namensgebung ging, entschieden sie sich bewusst für die zehn Gebote. Wie die gesamte Aktion soll auch der Name zum Denken anregen. Entlang ihres Weges haben die Künstler Tafeln enthüllt, die den Weg und die Gebote aufzeigen. So auch in Murgenthal, der Raststätte des siebten Tags.

Dort wurde die Gruppe vom Murgenthaler Gemeinderat zur Enthüllung der Tafeln empfangen. «E chli spenne muesme», fasste Gemeindeammann Max Schärer die Aktion in seinem Gebotswort – dem Grusswort an die Gruppe – zusammen. Über Nacht fanden die Steintafeln in Murgenthal Asyl, während Künstler und Helfer in einem Langenthaler Hotel nächtigten. Nach Murgenthal folgen die Etappenziele Thunstetten, Höchstetten und Hindelbank, bevor am Freitag die Ankunft beim Museum für Kommunikation geplant ist.

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