Bei den Seilziehern war es fast wieder wie früher

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Vor Heimpublikum machen die Wettkämpfe am meisten Spass, sind aber trotzdem hart, wie Eberseckens Vereinspräsident Erich Joller (ganz rechts) befand. (Bild: gam)

Wie eine Ewigkeit muss es sich für die Seilzieher angefühlt haben, seit sie zuletzt ein Meisterschaftsturnier mit Zuschauern, mit Stimmung, mit allen Vereinen der Schweiz bestreiten konnten. «Es ist fast wieder wie früher», meinte ein Zuschauer, ehe er die Mannen und Frauen am Seil mit Applaus und lautem Zurufen unterstützte. «Aha, wir dürfen uns nach dem Duell wieder die Hand reichen», meinte eine Athletin, «ist ja wieder wie früher.» Und in der Festwirtschaft gingen Leckereien und Getränke über die Theke und wurden an den Bänken unter Sonnenschirmen und im Zelt genossen – wie früher, als von Corona niemand etwas wusste.

«Die Normalität tut gut. Und die Stimmung macht den Wettkampf wieder zu etwas besonderem», sagte Erich Joller. Er präsidiert den Seilziehclub Ebersecken, dem nach dem letzten Öffnungsschritt der Covid-19-Schutzmassnahmen die Ehre zuteil wurde, das erste «richtige» Meisterschaftsturnier seit zwei Jahren durchzuführen. Und noch etwas war wie früher: die hohen Temperaturen forderten die Seilzieher. «Es war hart», befand Erich Joller. Mit seiner 580kg-Mannschaft musste er sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. Die Hinterländer schafften es zwar mit einer ordentlichen Vorrunde in den Halbfinal, der nach beherztem Kampf aber an Stans ging. Auch das Duell um Rang 3 verlor Ebersecken gegen Sins, das nichts anbrennen liess und sofort nach dem Startkommando «Pull» in die Offensive ging.

Einsatz für die Bevölkerung war wichtiger als das Training

Warum klappte es, trotz Heimvorteil, nicht mit einem Podestplatz für die Ebersecker? «Wir hatten zuletzt einige Absenzen im Training, weil nach dem Hochwasser in der Region viele mit Aufräumarbeiten beschäftigt waren», erklärte Erich Joller, «das führte zu einem leichten Leistungsabbau, und den mochte es im ausgeglichenen Feld nicht leiden.» In der Tat war der zweite Turniertag äusserst hart umkämpft, viele Begegnungen endeten unentschieden und in den Klassierungs- und Finalkämpfen kam es oft zum Entscheidungszug. Gar Losglück hätte Ebersecken II gebraucht, das nach der Vorrunde gleich viele Punkte hatte wie Waldkirch. Doch ein Münzwurf bescherte den Gästen den Einzug in den Fight um Rang 5 und Eberseckens Reserven das Turnierende.

Mehr Erfolg hatten die Einheimischen am Samstag. Bei der U19, die altershalber früher als die Aktiven in die Meisterschaft gestartet waren, entschied Ebersecken I das vierte Turnier in Folge für sich. Die Luzerner stehen vorzeitig als Meister fest. Im Turnier der 640kg-Equipen schaffte es Ebersecken ins Halbfinale. Dort stand man kurz vor dem Sieg, kassierte dann aber die dritte Verwarnung, womit der Sieg an Stans ging. Die Schiedsrichter nahmen es genau, duldeten kein Rudern oder Sitzen – wie früher. Die Finalteilnahme war nach dem zweiten verlorenen Zug weg, aber Ebers-ecken sicherte sich im kleinen Final gegen Sins Bronze.

Es ging um mehr als um Cluberfolge

Entscheidend war der Auftritt der einzelnen Athleten am Wochenende nicht nur, was den Erfolg ihres Vereins angeht. Auch die Selektionsbeauftragen für die Nationalmannschaft beäugten die Leistungen, um in den nächsten Tagen entscheiden zu können, welche Athleten an der WM Mitte September in Spanien das Schweizer Dress anziehen dürfen. Bereits definitiv ist, dass die sechs Ebersecker Elias Koller, Severin Koller, Louis Krauer, Thomas Trachsel, Nico Lüönd und Tobias Koller bei der U19 bzw. U23 im Nationalkader in Spanien mittun.

Doch zurück ins Luzernische. Austragungsort der Turniere war nicht Ebersecken, sondern Nebikon. Zwischen Fussballfeld, Badi und Galliker-Transport-Firmenareal war mehr Platz zur Verfügung, als in der eigentlichen Heimat der Seilzieher. So konnten die Organisatoren die Vereinszelte weiter auseinander aufstellen, die Festbeiz grosszügig und das gesamte Areal coronakonform mit Abstand einrichten. Eingehalten wurde dieser kaum – es war wirklich wie früher.

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