Ihre Minolta begleitete Marieanna Häfliger ständig, ob im Auto, auf dem Fahrrad, zu Fuss oder bei Reisen

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Marieanna Häfliger mit ihrer Minolta und ihrem Zweithobby, der Bauernmalerei, im Hintergrund. Bild: Zaneta Hochuli
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Marieanna Häfliger als 20-Jährige mit ihrer Minolta. Bild: zvg

Im Winkel Reitnau kam sie 1940 zur Welt. Als Vierjährige zog sie mit ihren Eltern ins Chalet im Reitnauer Moos, welches oftmals «Chalet Biswind» genannt wird, da die Bise dort am stärksten zu spüren ist. Nach ihrem Bezirksschulabschluss in Reitnau absolvierte sie die kaufmännische Ausbildung in der Schuhfabrik. Ihr beruflicher Werdegang führte sie fern ihres Heimatkantons ins Berner Oberland, wo sie im Ferienheim tätig war. Während ihres einjährigen Aufenthaltes in England arbeitete sie in einem Altersheim. Zurück in der Schweiz startete sie ihre Zweitausbildung zur Krankenschwester und war mehrere Jahre im Spital in Langnau i. E. beschäftigt. Es folgten zwei Jahre Bibelschule und ein dreijähriger Aufenthalt als Gemeindehelferin in Saarbrücken (DE) sowie in der Region Zürich, bis sie wieder nach Reitnau zurückkehrte. 1985 wurde sie Teammitglied der Häuslichen Krankenpflege Reitnau-Leerau, wo sie die Fusion zur Spitex Oberes Suhrental 1997 miterlebte und bis zu ihrer Pension 2002 tätig war.

Fotokamera hat sie immer griffbereit

Ihre unregelmässigen Arbeitszeiten und der Umstand, dass sie ledig war, verschafften ihr viel Freiraum, um die Fotografie zu entdecken. Sie besuchte einige Fotokurse, um die Techniken für Nah-, Fern-, Schwarzweiss-, Regen- und Nachtaufnahmen zu erlernen. «Mit den Digitalkameras hat sich vieles vereinfacht. Heute knipst man drauflos und was nicht gefällt, wird einfach gelöscht», erklärt sie. «Früher erwarb man teuer einen Film – gar nicht zu sprechen von den hohen Entwicklungskosten – und überlegte mehrmals, ob der Moment auch wirklich der richtige sei, bevor man abdrückte.»

Ihre Minolta begleitete sie ständig, ob im Auto, auf dem Fahrrad, zu Fuss oder bei Reisen. «Man weiss nie, was einem so entgegenspringt», meint sie wissend. Am liebsten fotografierte sie liebevoll gepflegte Details wie Häuser mit alter Bauweise – schön geschmückt mit Blumen und traditionell gepflegten Brunnen. «Als Christin ermöglicht mir die Fotografie, meinem Schöpfer danke zu sagen, der mir die Augen für all die Schönheit der Natur täglich aufs Neue schenkt. Dazu gehören Motive wie Sonnenaufgang, Regenbogen, Wechsel der Jahreszeiten und das Wunder der pflanzlichen wie tierischen Vielfalt. Oder Zeichnungen der Schneckenhäuser und erste zaghafte Ausflüge von Jungmeisen.»

Unverhoffter Erfolg

«Diese enorme Freude meiner Mitmenschen, meine Fotokarten weiterzugeben, das spornte mich all die Jahre immer wieder an», sagt Marieanna Häfliger. Die farblich zu den Fotomotiven passenden Papierkarten und Kuverts bestellte sie bei der ehemaligen Druckerei Altherr. «Die hatten eine grosse Farbauswahl, die die Bilder schön zur Geltung brachten», schwärmt sie. Liebevoll wurden diese arrangiert, geklebt und in die Klarsichthüllen verpackt. Nebst den rund 10 000 verkauften Fotokarten am traditionellen «Herbst-Märt» in Reitnau und am «Bazar» in Kirchleerau von 1987 bis 2017 verkaufte und verschenkte sie weitere Tausende, worüber sie bis vor kurzem noch akribisch Buch führte.

Und die Motive? «Die haben sich einfach ergeben. Manchmal war es eine Idee, die Geduld und Weile brauchte, und manchmal war es eine Wetterlage, die dazu führte, dass ich alles andere stehen und liegen liess, um den Moment einzufangen.» Bewegte Bilder – vor allem solche mit Menschen – empfand sie immer als etwas schwierig. So blieb sie ihren Motiven treu, welche nicht nur Grusskarten, sondern auch Kalender, Ausstellungen und Dia-Shows prägten. Auch fotografiert sie alte Fotografien aus schon fast vergessenen Zeiten, die sie gesammelt, erhalten oder geerbt hat, und haucht ihnen neues Leben ein. Ebenso begeistert sie die Bauernmalerei und verziert alte Schränke, Schäfte, Kommoden oder Alltagsgegenstände wie Kleiderbügel mit floralen Motiven.

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