Wundervolle Natur

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Wir haben einen neuen Mitbewohner – oder vielleicht auch eine neue Mitbewohnerin. Er oder sie schaut jeden Tag mehrmals in unserem Garten vorbei, spaziert ein wenig in der Wiese herum, sitzt auf einem Zaunpfahl oder versucht, den Kauknochen unseres Hundes zu entführen. Meistens wird nur beobachtet, manchmal ist das Verhalten aber auch ziemlich speziell und für mich nicht zu deuten. Vor gut einem Jahr hat es sich uns scheinbar willentlich angeschlossen. Nun freue ich mich jedes Mal, wenn ich das neuste Familienmitglied von meinem Homeoffice-Platz beobachten kann und fast täglich Neues über es lerne. Seine Kollegen und Kolleginnen kommen selten mit. Weshalb? Meine Frau hat da so eine – nicht ganz ernst gemeinte – Theorie: Vielleicht ist es jemand, dem wir nahestanden und der uns nach seinem Tod jetzt regelmässig besucht, um ein Teil unseres Lebens zu bleiben.

Ich weiss nicht so recht: Gibt es ein Leben nach dem Tod, kommen wir nach unserem Ableben in einer anderen Gestalt wieder auf die Erde oder wars das ein für alle Mal? Sich darüber Gedanken zu machen, ist zwar interessant, aber unmöglich zielführend, denn es gibt niemanden, der Erfahrungswerte liefern kann. Und so kann man problemlos in einer gedanklichen Endlosschlaufe gefangen werden.

Freuen wir uns also am Jetzt und an dem, was unser Leben zu bieten hat. Etwa an einem Spaziergang an einem Sommertag. Auf unserem Parkplatz kann ich eine Blindschleiche beobachten, die friedlich Wärme tankt. Unter dem Dach des Carports hat ein Rotschwanz sein Nest gebaut, aus dem bald schon drei kleine, hungrige Mäuler nach den essenbringenden Eltern «schreien». Nach wenigen Metern zaubern drei junge Marder, die auf dem Weg miteinander spielen, ein Lächeln in mein Gesicht. Über der Wiese unter dem Heiternplatz zieht ein Mäusebussard majestätisch seine Kreise und sticht immer wieder per Sturzflug Richtung Boden – wahrscheinlich auf der Suche nach Nahrung. Weiter führt der Weg an den neun Wildschwein-Frischlingen vorbei, die den Boden durchwühlen, ihre Mutter ärgern oder einfach herumliegen. Und kurz bevor ich wieder zuhause bin, sehe ich über dem Riedtal, wie ein Storch die Thermik ausnutzt und durch die Lüfte segelt.

Zuhause lasse ich im Garten umgeben von kleinen Fledermäusen, die schon seit Jahren mit uns das Haus teilen, den Ausflug Revue passieren und muss wieder einmal feststellen, wie wundervoll die Natur doch sein kann. Und schon gesellt er sich wieder zu mir, der geheimnisvolle Rabe.

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