Vorbereitungen im Auktionshaus Zofingen laufen auf Hochtouren

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Die neue Führung des Auktionshauses Zofingen (v.l.): Markus F. Rubli-von Graffenried, Sander Jongbloed und Elia Himmelreich. Bild: Ilir Pinto
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Bereits an der letzten Versteigerung des Auktionshauses Zofingen im Frühling schwang Elia Himmelreich den Hammer. Bild: zvg
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Eine Kaminuhr aus dem 18. Jahrhundert wird versteigert. Bild: zvg

Die Uhr in der Vitrine sieht schwer aus. Das Zifferblatt ist mit schwarzen römischen Zahlen beschriftet, sein Rand goldverziert. Getragen wird es von einem Nashorn. Die Kaminuhr stammt aus dem 18. Jahrhundert und kommt aus Paris. Das Kunstwerk ist eines von vielen, die beim Gang durch das Haus an der Klösterligasse 4 in der Zofinger Altstadt zu sehen sind. Dazu gehören unter anderem auch Gemälde aus dem 17. und späteren Jahrhunderten oder Porzellanfiguren. Ebenfalls zu sehen sind antike Möbelstücke, wertvolle Bestecke oder Teppiche. Gemein haben all diese Dinge, dass sie im Herbst unter den Hammer kommen. Vom 17. bis 20. November findet die zweite Auktion des Auktionshauses Zofingen in diesem Jahr statt – online sowie vor Ort, so Corona will.

Sie wird die erste Versteigerung unter der neuen Führung sein. Zuvor bestand diese aus Dorothea Räber, Jules Lang und Hanspeter Hugentobler, die zu den Gründern gehören. Das 32 Jahre alte und erfolgreich geführte Auktionshaus erlebt nun den grössten Wechsel in seiner Geschichte. Die neue Führung seit dem 1. Juli tritt in die Fussstapfen ihrer Vorgänger: Markus F. Rubli-von Graffenried, Elia Himmelreich und Sander Jongbloed sind die neuen Eigentümer.

«Wir haben etwas für jedes Portemonnaie»

Ersterer ist Verleger des Sammler-Anzeigers und dadurch ein langjähriger Beobachter des Schweizerischen Kunstmarktes. Der Sammler von Möbeln und Kleingegenständen kennt sich daher mit Büchern und Antiquitäten gut aus. Die anderen beiden fallen auf den ersten Blick durch ihr junges Alter auf: Himmelreich ist 25, Jongbloed gar 23 Jahre alt. Trotzdem treten sie neben Rubli selbstbewusst als gemeinsame Eigentümer des Auktionshauses auf. Ihr Schwerpunkt liegt bei Design und moderner Kunst sowie zeitgenössischen Objekten wie seltenen Armbanduhren. Wegen ihrer Tätigkeit in der Galerie Cube Art & Vintage in Bern kennen sie sich damit aus. Seiner Philosophie werde das Auktionshaus Zofingen treu bleiben. Jongbloed erklärt: «Wir haben etwas für jedes Portemonnaie.»

Wie kam es zu dieser Konstellation? Rubli kennt seit 15 Jahren das Auktionshaus Zofingen. «Dass ich nach Lang und Räber den Lead für eine neue Führung übernehmen würde, war schon länger ein Thema», erklärt er. «Im Gespräch wurde ich damals gefragt, ob ich jemanden wüsste, der einsteigen möchte.» Er kannte Himmelreich vom Auktionshaus Stuker, wo dieser tätig war. «Ich bin der, der nun den Hammer schwingt», erklärt Himmelreich lachend. Und er zog schliesslich Jongbloed mit ins Boot. Alle Entscheide werden im Konsens zwischen den drei gleichberechtigten Partnern gefällt.

Die Vorbereitungen für die kommende Versteigerung

Die Auktion ist ein traditionelles Geschäft, das sich im Laufe der Zeit kaum verändert hat. Doch Jongbloed sagt: «Wir sind offen für Neues.» Weil die Nachfrage, mit Kryptowährungen zu bezahlen, wächst, könnte dies irgendwann auch im Auktionshaus Zofingen möglich sein. Und NFTs? «Ein grosses bekanntes Auktionshaus ist bereits in das Geschäft eingestiegen», sagt Jongbloed. Unter NFTs versteht man digitale Kunstwerke. Ein NFT (Non-Fungible Tokens) ist eigentlich ein Zertifikat, also ein Code, mit welchem ein solches Kunstwerk ausgestattet wird, um von dessen Echtheit zu zeugen. Vielleicht versteigert das Auktionshaus Zofingen eines Tages ebenfalls NFTs. Unter Jongbloed, Himmelreich und Rubli scheint dies durchaus möglich zu sein.

Die Vorbereitungen für die kommende Versteigerung laufen auf Hochtouren. «Wir arbeiten momentan von 9 bis 22 Uhr und sechs Tage die Woche. Aber wir haben Freude, dass wir das machen können», sagt Himmelreich. Die Objekte müssen akquiriert, ihr Wert muss geschätzt und sie müssen beschriftet werden. Für die Herbstauktion wurde bereits viel Kunstgut hereingeholt. Die Sachen stehen im Arbeitszimmer, wo sie beschriftet werden, sowie im oberen Stockwerk des Auktionshauses herum.

Die Ausstellung findet vom 6. bis 13. November statt

Das Obergeschoss dient derzeit als Fotostudio, denn die Objekte müssen professionell fotografiert werden für den Katalog und die erneuerte Webseite, die demnächst lanciert wird. Neu wird es auch eine App geben. Drei Wochen vor der Auktion wird zudem der Katalog gedruckt und verschickt. Vor der Versteigerung wird das Obergeschoss zu einem Ausstellungsraum, wo Interessenten die Objekte aus dem Katalog vom 6. bis 13. November in echt begutachten können. Und danach wird der Raum wiederum zu einem Auktionssaal umorganisiert, woraufhin die Versteigerung stattfindet.

Rubli, Himmelreich und Jongbloed sind besonders stolz auf einen Teil ihrer ersten gemeinsamen Auktion. Es wird eine spezielle Sammlung versteigert. Rubli erklärt: «Es ist das Teilinventar des Schlosses Rümligen im Gürbetal im Kanton Bern, eine der schönsten mittelalterlichen Burgen in der Schweiz.» Der Besitz, darunter eine Schlossbibliothek, hat sich innerhalb von 300 Jahren angesammelt. Im November wird die Ware an neue Eigentümerinnen und Eigentümer gebracht. Erst mit dem Hammerschlag von Himmelreich wechseln die Objekte vom Einlieferer zum Käufer – so verlangt es die Tradition des Auktionsgeschäfts.

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