Coronaregeln nach den Sommerferien: Schulen und Lehrpersonen hängen in der Luft

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Der Kanton prüft eine zweiwöchige Maskenpflicht und Massentests, wie hier an der Schule Windisch nach einem Covid-Ausbruch im Mai.

Die rund 77'000 Schülerinnen und Schüler der Volksschule kehren in elf Tagen ins Klassenzimmer zurück. Welche Coronaregeln dann gelten, weiss aber noch niemand. Wie viel wird getestet? Gibt es eine erneute Maskenpflicht? Wann soll die vom Kanton seit Wochen angekündigte Impfkampagne in den Schulen anlaufen? Diese Fragen dürften neben den Schulleitungen und Lehrpersonen auch viele Eltern und die direktbetroffenen Schülerinnen und Schüler umtreiben.

Klar ist zurzeit nur, dass der Kanton verschiedene Massnahmen prüft. Andreas Obrecht, der Leiter des Covid-19-Programmes, sagte Anfang Woche:

«Massnahmen wie flächendeckende Tests oder eine Maskenpflicht in den ersten zwei Wochen nach den Ferien werden diskutiert.»

Bezüglich Impfkampagne sei noch nichts spruchreif, liess das Departement für Gesundheit und Soziales verlauten. Diese könne erst anlaufen, wenn der Moderna-Impfstoff auch für 12- bis 18-Jährige zugelassen sei.

«Wir sind auf frühzeitige und verlässliche Infos angewiesen»

Die Schulen würden sich möglichst klare Ansagen wünschen. Philipp Grolimund, Co-Präsident des aargauischen Schulleiterinnen- und Schulleiterverbandes, sagt: «Wir sind darauf angewiesen, dass die Infos frühzeitig und verlässlich kommen.»

Philipp Grolimund, Co-Präsident des aargauischen Schulleiterinnen- und Schulleiterverbandes.

Philipp Grolimund, Co-Präsident des aargauischen Schulleiterinnen- und Schulleiterverbandes.

Chris Iseli

Das sei sehr wichtig, um die Eltern ins Boot zu holen. Und dafür brauche es eine Vorlaufzeit von mindestens einer Woche. Im Moment kann Grolimund aber nur mutmassen: «Wir würden uns nicht wundern, wenn wir bald Infos zu einer Verschärfung bekämen.»

Viel verspricht er sich von der Impfkampagne in den Schulen. Es brauche ein möglichst niederschwelliges Angebot, so Grolimund:

«Ob das ein Impfbus ist, der in die Schulen kommt, oder ein sonstiger Impfdienst, wissen wir noch nicht.»

Impfen vor Ort in der Schule ist aus seiner Sicht kein Problem: «Die Räume und Infrastrukturen sind vorhanden.»

In Grolimunds Wahrnehmung erhält die Impfung auch vonseiten der Eltern grossen Zuspruch: «Die meisten sind sehr interessiert und kooperativ.» Nur eine kleine Minderheit sei absolut dagegen. Wichtig sei nun, nicht über die Köpfe der Eltern hinweg Entscheidungen zu treffen: «Das würde den Kritikern Vorschub geben», glaubt Grolimund.

Geimpfte und Ungeimpfte sollen in der Schule gleich behandelt werden

Dass Geimpfte und Ungeimpfte in der Schule unterschiedlich behandelt würden, lehnt Grolimund klar ab. «Wir wollen nicht, dass es solche Differenzen gibt.» Zum einen seien Schulen keine Treiber der Pandemie, zum anderen seien alle impfwilligen Lehrpersonen geimpft. Deshalb sieht Grolimund keine Gefährdung, welche eine solche Massnahme rechtfertigen würde.

Das sieht Kathrin Scholl ähnlich. Auch die Präsidentin des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes will von Unterschieden zwischen Geimpften und Ungeimpften nichts wissen: «Das kann man frühestens machen, wenn die Gefährdung wieder grösser ist.» Insbesondere, wenn es wieder Klassenquarantänen geben sollte.

Die Schulen müssen bei Impfung viel Aufklärungsarbeit leisten

Kathrin Scholl, Präsidentin des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes.

Kathrin Scholl, Präsidentin des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes.

Michael Wuertenberg

Scholl begrüsst aber einen baldigen Start der Impfkampagne an den Schulen. Es sei wichtig, dass die Schulen diesbezüglich umfassend informieren würden:

«Es kursieren viele Gerüchte und Märchen rund um die Impfungen. Da müssen die Schulen ihre Aufgabe als Informationsstelle wahrnehmen.»

Logistisch kann sich Scholl verschiedene Lösungen vorstellen: Dass die Impfung an jeder Schule angeboten wird oder dass es pro Bezirk ein schulisches Impfzentrum gibt.

Auch ins regelmässige Testen setzt Scholl grosse Hoffnungen. «Es wäre wichtig, dass deutlich mehr Schulen dabei mitmachen», sagt sie. So könne man auch verhindern, bei Coronafällen die ganze Klasse in Quarantäne zu setzen.

Bildungsdepartement will sich zu Massnahmen an Schulen nicht äussern

Dass es nach den Sommerferien strengere Massnahmen braucht, glaubt Scholl bei der momentanen Lage nicht. Wenn es im Herbst schlimmer werde, müsse man diskutieren, was in den Klassenzimmern zu tun sei: «Etwa, ob man Luftmess- und Luftreinigungsgeräte aufstellen soll», stellt sie zur Diskussion.

Das alles bleibt vorerst Spekulation. Das Departement für Bildung, Kultur und Sport möchte sich zurzeit nicht zu den Massnahmen in den Schulen äussern. Das entscheide und kommuniziere alleine das Gesundheitsdepartement, heisst es auf Anfrage.

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