Patti Basler im Grillinterview: «Als würde die Schweiz einen Zug entgleisen lassen»

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Patti Basler lässt es sich nicht nehmen, die Grillstelle beim Waldhaus Bözen selber einzu-              feuern. «Das Einfeuern im Familien- und Freundeskreis ist mein Job.
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Visagistin Simona Stutz bringt eine Haarsträhne zurück in die richtige Position.
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Nimmt sich viel Zeit für das Interview: Patti Basler mit den Journalisten Anna Raymann und Thomas Wehrli.

Gut gelaunt fährt Patti Basler mit Visagistin Simona Stutz zum Grillinterview beim Waldhaus in Bözen vor. Für die Kabarettistin und Satirikerin ist auch ein Stück Nostalgie dabei, denn sie ist im Nachbardorf, Zeihen, aufgewachsen. «Dort», sagt Basler und zeigt auf einen Hof mit zwei mächtigen Silos ausserhalb des Dorfes. Eingefeuert ist die Grillstelle noch nicht. Mit gutem Grund: Im Vorgespräch sagte Basler, das Einfeuern sei im Familien- und Freundeskreis ihr Job. Und den wollen wir ihr nicht nehmen.

Sie liessen es sich nicht nehmen, anzufeuern. Weshalb?

Patti Basler: Weil ich es kann. Ich zeuselte schon als Kind gerne, und es ist ein Wunder, dass der Hof nie abgebrannt ist.

Es entstand nie ein Schaden?

Nein, denn ich war immer auch rechtzeitig da, um den Brand wieder zu löschen.

Patti Basler feuert ein – gekonnt und mit einer gehörigen Portion Slapstick für den Fotografen. Sie ist Profi. In beidem. Innert kurzer Zeit lodert in der Grillstelle ein prächtiges Feuer, und Patti Basler hält, wie es sich für eine Brätelexpertin ziemt, den Cervelat an einer entlaubten Haselrute über das Feuer.

Welche Erinnerungen haben Sie an diese Grillstelle?

Hier und auch an anderen Plätzen im Fricktal sammelte ich meine ersten Erfahrungen mit legalen und illegalen Sucht- und Rauschmitteln. Auch hier galt: Der Brand muss rechtzeitig gelöscht werden. Mit Alkohol und manchmal sogar mit Wasser. Aber da es im Fricktal weniger Wasser als Obst und damit Obstler gibt, blieb das Wasser die Ausnahme.

Und dann gab es die legendären Schaumpartys.

Die Bedürfnisse der Jugendlichen sind in der Stadt und auf dem Land gleich. Man will sich näherkommen, tanzen, sich berauschen. Was anders ist, ist das Setting. Statt Clubs gab es Bäume und den Wald. Der Vorteil: Die Polizei kommt nicht oft vorbei. Statt in der Ausnüchterungszelle wurden die Betrunkenen hinter einem Baum zwangsausgenüchtert.

Würden Sie sich als Landei bezeichnen?

Von der Herkunft her, ja. Meine Provenienz ist die Provinz. Ich bin hier aufgewachsen ohne Kultur ausser Agrikultur – und Lokalitäten wie der Turnhalle Bözen, wo man einmal im Jahr an der Fasnacht auftreten konnte.

Wie war das Aufwachsen auf einem Bauernhof?

Prägend, denn ich wuchs ohne Dorf und direkte Nachbarn auf. Ich war so Aussenseiterin – und Mobbingopfer, wie alle, die auf der Bühne stehen. Die Bühne ist ja nichts anderes als eine lebenslange Therapie, die von den Zuschauerinnen und Zuschauern bezahlt wird.

Ein Rollendenken…

… gab es eben gerade in meiner Kindheit nicht. Das eröffnete mir einen Blick auf die Welt, der mich bis heute über vieles staunen lässt. Die gebildetsten Menschen, denen ich als Kind begegnete, waren die Lehrerinnen. Daneben kannte ich fast nur Handwerker und Bauern, und so reimte ich mir zusammen, dass die Männer die Handwerker sind und die Frauen die Intellektuellen, die die Welt regieren.

Ein spezielles Weltbild.

Für mich damals nicht. Es dauerte lange, bis ich feststellte, dass dies nicht alle so sahen. Ich fand allerdings nicht, dass ich das andere Weltbild übernehmen muss. Ich mache bis heute keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen, obwohl mir das alle in die Schuhe schieben.

Und da die Lehrerinnen in Ihrem damaligen Weltbild die Intelligentesten waren, wurden Sie Lehrerin.

Ja, aber ich merkte bald, dass der Beruf nicht passt. Als Lehrerin braucht man Qualitäten, die ich nicht habe: Konsequenz, Fairness, Durchsetzungskraft – und das für die ganze Zeit, in der man eine Klasse unterrichtet. Ich war eine Super-Lehrerin während der ersten Wochen – solange ich meine Show durchziehen konnte. Aber eine One-Woman-Show kann niemand ein Jahr lang spielen. Man muss seine Energie gut einteilen, und das war definitiv nicht mein Ding.

Kurze Pause. Visagistin Simona Stutz rückt eine Haarsträhne bei Patti Basler zurecht.

Ihre Lizenziatsarbeit an der Uni schrieben Sie über Johanna Spyri, die Autorin von Heidi. Heidi steht für Heimat …

… das ist eine Behauptung, die so nicht stimmt. Der Roman wird falsch eingeschätzt, er ist eigentlich ein pietistisch geprägter Bekehrungsroman. Aber, ja, gerade diese Heimat-Interpretation macht den Roman bis heute aktuell. Gerade der Moment, in dem Heidi zurückkehrt und endlich wieder in die heimische Flora und Fauna eintauchen kann, berührt. Das geht mir nicht anders. Wenn ich lange weg war, vermittelt mir das Erleben der Natur ein Stück Heimat. Den Geruch von frisch geschnittenem Heu…

Ein Bauer bringt gerade auf dem Feld nebenan Gülle aus.

… oder Gülle verbinde ich bis heute mit Heimat – auch, weil es mich in die Kindheit zurücktransportiert.

Was ist für Sie Heimat?

Das Verstandenwerden. Die Kunst, die ich mache, ist auf den deutschen Sprachraum beschränkt. Dieser ist für mich Heimat.

Am Sonntag war 1. August, Tag der Heimat. Was ist Ihre Botschaft?

Ein Gruss von der oder an die Mutter Helvetia. Ich bin an der Konfessionsgrenze aufgewachsen. Zeihen war katholisch, Bözen reformiert. Da brodelte der klassische freundnachbarschaftliche Konfessionskonflikt. Aber wenn ich es heute sogar schaffe, auf dem reformiertem Terrain einen Cervelat zu essen, dann sollten wir in der Schweiz mit Europa oder mit ein paar Geflüchteten nun wirklich keine Problem haben.

Sie sind ja auch geflüchtet, aus Zeihen nach Baden. Weshalb ausgerechnet Baden?

Für ein Landei, das auf einem Einzelhof aufgewachsen ist, ist Baden eine Grossstadt. Das New York für eine Uelbergerin. Zudem hätte ich mit meinem Aargauer Lehrerinnendiplom in Zürich eine Lohneinbusse in Kauf nehmen müssen.

Sie lebten zuerst in Aarau, dann in Baden. Ein Auf- oder Abstieg?

Zuerst war es ein Aufstieg – aber Aarau holte in den letzten Jahren kulturell stark auf.

Wie erleben Sie den (Kultur-)Kanton Aargau?

In der Coronapandemie erlebte ich den Kanton als hilfsbereit. Die Unterstützung für ausgefallene Auftritte funktionierte gut. In anderen Kantonen hatten Kulturschaffende mehr Probleme. Allerdings bin ich nicht jemand, der sich sonst um Stipendien bemüht.

Weshalb nicht?

Ich lernte schon als Kind: Man streckt sich nach der Decke. Zudem habe ich zwei Hochschulabschlüsse als Absicherung und einen Beruf, in den ich zurückkönnte.

Sind Stipendien also überflüssig?

Überhaupt nicht. Viele Kulturschaffende sind in Bereichen tätig, die zwar enorm wichtig sind, aber nur ein Nischenpublikum bedienen oder teuer sind in der Produktion. Hier braucht es Unterstützung. Ich bin schlank – zumindest in der Produktion.

Während der Pandemie konnten Sie nicht auftreten. Was fehlte?

Alles. Aber auch hier war ich privilegiert, denn ich konnte immer arbeiten. Als Instant-Protokollantin etwa, die Tagungen fanden einfach online statt.

Wie haben Sie die Schweiz in der Pandemie erlebt?

Gemischt. Einiges funktionierte gut, bei anderem spielte der typisch schweizerische Föderalismus. Verwundert schaute ich in der zweiten Welle im letzten November auf das Land. Da kam es mir so vor, als würde die Schweiz einen Zug entgleisen lassen und dabei denken: Es ist ja nur der Seniorenzug und deshalb halb so schlimm. Als es damals um die Rettung der Banken ging, handelte man sofort – hier, wo es um Leib und Leben geht, zögerte man. Ich verstand zwar die politischen Mechanismen, aber nicht, dass man zu einem derartigen Resultat kommen kann.

Wie gingen Sie mit Corona um?

Ich ging im wahrsten Sinne damit um. Es war eine etwas schwierige Beziehung, denn gerade heute weiss man ja, dass man in Frauen nicht eindringen sollte, ohne dass sie Ja sagen – und ich sagte Nein, was dem Virus egal war.

Wie verlief die Erkrankung?

Ich musste nicht ins Spital, hatte auch kein Fieber, aber unglaubliche Muskelschmerzen. Es war wie ein Muskelkater nach einem Marathon, der allerdings zwei Wochen dauerte.

Hatten Sie Angst vor Corona?

Ich hatte nie um mich Angst, aber um mein Umfeld. Meine Eltern sind schon älter, und viele meiner Freunde gehören zur Risikogruppe. Meine Angst war, dass es sie erwischt oder dass ich sie anstecke.

Verstehen Sie, dass viele Angst vor einer Ansteckung haben?

Ja und diese Ängste muss man ernst nehmen.

Raten Sie, sich impfen zu lassen?

Ich wäre für Sputnik gewesen – in der Hoffnung, dass ich wie Jeff Bezos dann im Weltraum spazieren gehen kann. Ich selber verabreichte mir die Naturimpfung. Ich bin eben wie Ueli Maurer, ein zäher Siech und zog es gleich richtig durch.

Und wie ist es nun mit der Impfung?

Ich empfehle die Impfung jenen Leuten, welche die Impfung aus gesundheitlichen, psychologischen oder weltanschaulichen Gründen machen wollen. Rein aus egoistischen Motiven müsste ich die Impfung allen empfehlen, denn dann könnte ich wieder vor vollen Sälen auftreten, wo die Stimmung brodelt und man sich nahekommen kann.

Kein Publikum hat es auf Twitter …

… aber dafür ist die Interaktion riesig. Für mich als Satirikerin ist Twitter ein grosses Experimentierfeld. Denn Sachen, die schriftlich gehen, funktionieren oft mündlich sogar noch besser.

Bei Twitter kann man sich seine Follower nicht aussuchen. Wen möchten Sie nicht auf Ihrer Liste?

Als jemand, der die Weltherrschaft anstrebt, möchte ich natürlich, dass mir alle folgen. Andererseits hatte Jesus auch nur zwölf Follower und wurde doch zum grössten Influencer.

Haben Sie einen Wunschfollower?

Ich war selber nie ein Fan-Girl. Ich frage mich manchmal, weshalb Leute mir folgen. Wenn Leute sagen, sie seien Patti-Basler-Fan, denke ich: Ui, mach das nicht, werd lieber etwas Anständiges.

Posts, die nicht funktionieren, kann man löschen. Was macht man, wenn es bei einem Auftritt harzt?

Ich habe das grosse Glück, dass ich gut improvisieren und auf Stimmungen reagieren kann. Sicherheit gibt einem auch die Erfahrung, dass das Programm vor einem anderen Publikum funktioniert hat. Zudem weiss jede Künstlerin: Gut finden einen nicht alle – ausser vielleicht in Systemen wie Nordkorea.

Sie selber sind taff …

… bin ich das?

Daran zweifle ich nicht. Sind Sie auch gut im Einstecken?

Eine sehr intime Frage … Als Künstlerin bringe ich eine Portion Eitelkeit und Narzissmus von Natur aus mit, sonst würde ich es nicht machen. Mühe habe ich, wenn jemand anzweifelt, dass ich das, was ich sage, durchdacht habe. Denn ich überlege mir lange, was ich wie auf die Bühne bringe. Auch bei Sachen, die ich schriftlich äussere, überlege ich mir bei jedem Buchstaben, weshalb ich ihn setze.

Wie reagieren Sie, wenn jemand daran zweifelt?

Was, du wagst es, mich dumm zu nennen – mich, die Erziehungswissenschaft studiert hat und weiss, was Dummheit ist? Das lasse ich dann natürlich nicht so raus, sondern schreibe etwas ganz Selbstironisches.

Gibt es etwas, was Ihnen die Sprache verschlägt?

Blanker Hass, den ich rational nicht nachvollziehen kann. Als nach dem EM-Endspiel zwischen England und Italien ein Italien-Fan getroffen am Boden lag und andere weiter auf ihn eintraten, da verschlug es mir die Sprache.

Wie gehen Sie mit der Vorbildrolle um?

Vorbilder sind Bilder, die soll man aufhängen. Ich will deshalb kein Vorbild sein – und tauge auch nicht dafür. Sonst wäre ich Lehrerin geblieben.

Aber Sie haben heute mehr Einfluss.

Und den nutze ich schamlos aus. Im Ernst: Ich schreibe auf den sozialen Medien längst nicht alles, was ich jemandem direkt ins Gesicht sagen würde.

Sagen Sie es?

Natürlich. Ich habe schon mehreren Politikern – ich muss nicht gendern, denn es waren tatsächlich nur Männer – ins Gesicht gesagt, was ich von ihrer Politik halte: wenig.

Weshalb lassen Sie es raus?

Ich bin nun nicht gerade für meine Nichtdirektheit bekannt. Durch meinen Job lerne ich viele Politikerinnen und Politiker kennen, und wir bewegen uns auf Augenhöhe. Ich will meine Meinung nicht zurückhalten, nur weil jemand zufälligerweise Bundesrat geworden ist. Anders auf Twitter und Facebook, wo mich die Lehrerin in mir anhält, einen gewissen Anstand zu wahren. Live sage ich jemandem offen, dass ich seine Politik für diejenige eines Trottels halte – auf Twitter packe ich es in andere Worte.

Viele Schweizer sind eher diplomatisch unterwegs. Wie reagieren die Leute auf Ihre Direktheit?

Satire hat schon diplomatische Krisen ausgelöst, aber auch schon viele gekittet. Etwas Humor macht einiges erträglicher. Wo Patti Basler drauf steht, ist auch Patti Basler drin. Die meisten wissen das und können damit umgehen – sie müssen ja auch. Sie würden ihr Gesicht verlieren, wenn sie es nicht aushielten.

Womit könnten Politiker Sie in einer «Arena»-Debatte überraschen?

Man stelle sich vor: Alle wären sich einig, und die Parteiinteressen wären nicht mehr wichtiger als Lösungen. Alle würden nicht mehr aus Profilierungssucht politisieren, sondern einfach für unser Land – das wäre eine echte Überraschung. Aber zugleich auch furchtbar langweilig.

Wie erleben Sie die «Arena»?

Das Format kann man lieben oder hassen, grundsätzlich ist es natürlich auf Krawall gebürstet. Aber letztlich ist es in der Schweiz dann doch anders als in Ländern, in denen es zwischen Regierung und Opposition krachen muss. In der «Arena» wirft man sich die schlimmsten Dinge an den Kopf; danach fahren SVP-Politiker und SP-Politikerin zusammen im Auto nach Hause. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier sind Arbeitskollegen, und im Prinzip funktioniert die Schweiz wie eine Firma.

Wie funktioniert die Firma Schweiz?

Wenn ich das beantworten könnte und auch noch wüsste, warum das so ist, dann wäre ich längstens die Diktatorin, die ich so gerne wäre.

Diktatorin sind Sie nicht, aber eine der bekanntesten Comediennes der Schweiz. Sie haben den Salzburger Stier gewonnen – und trotzdem wollen Ihnen Männer erklären, was Satire ist. Wie gehen Sie damit um?

Die meisten Männer machen das ja nicht böswillig. Sie sind es einfach gewohnt, als Erste gefragt zu werden, wenn es darum geht, die Welt zu erklären. Dafür können sie nichts, trotzdem tut es gut, diese absurden Rollenbilder, in denen leider immer noch gedacht wird, als Satire auf die Bühne zu bringen.

Warum stehen öfter Männer auf der Bühne als Frauen?

Es ist einfacher. Und zwar aus drei Gründen: Erstens sind Männer medial immer noch präsenter. Zweitens nehmen Frauen meist viel stärker Rücksicht auf ihr privates, berufliches und politisches Umfeld, bevor sie für einen Auftritt zusagen. Und drittens tritt ein Mann öfter auch dann auf, wenn es nicht sein Fachgebiet ist. Eine Frau kann Erziehungswissenschaften studiert haben, als Lehrerin arbeiten und vier Kinder grossgezogen haben – und hat immer noch Bedenken, als Erziehungsexpertin aufzutreten.

Differenziert das Publikum, ob ein Satiriker oder eine Satirikerin auf der Bühne steht?

Die klassische, männliche Satire muss den Fokus neu richten. Früher sassen in den Flaschenhalspositionen immer dieselben Männer, die darüber befanden, was gut ist und was nicht. Heute hört man zum Glück auf das Publikum, das zur Hälfte aus Frauen besteht, die den 100. Witz über die Frau, die zu Hause sitzt und Hängebrüste bekommt, nicht goutieren. Es ist gut, dass plumper Sexismus als Pointe nicht mehr funktioniert.

Gibt es Themen, die nur bei Ihnen funktionieren?

Ich bin doch eine Hure des Systems, ich prostituiere mich für jede Pointe – selbst für diese Zeitung.

Sie musste man nicht auf die Bühne schubsen. Was wäre ein Grund, der Sie von der Bühne holen würde?

Corona – manchmal ist es so etwas Kleines wie ein Virus. Aber ich hoffe, dass ich merke, wenn man mich irgendwann nicht mehr sehen will. Andererseits hören die grossen Ikonen des Showbusiness nicht mit 65 auf. Ein Emil soll so lange weitermachen, wie er Freude und ein Publikum hat. Oder ein Franz Hohler, der immer noch neue, geniale Sachen macht. Vielleicht kommt irgendwann der Tritt, der mich von der Bühne holt, vielleicht ist es dann auch nur die Schwerkraft – einmal bin ich tatsächlich von der Bühne gefallen!

Und nach der Bühne: Wäre die Politik etwas für Sie?

Nein!

Weshalb nicht?

Die Lokalpolitik wäre mir zu handfest, da muss man so konsequent sein, und wenn die Flutwelle und der Schlamm kommen, musst du die Schaufel packen. Ein grosses Mundwerk reicht da nicht. Wenn man national politisieren will, muss man in einer Partei sein. Rechts, also bei der SVP, muss alles erst einmal über den Herrliberg, da ist alles zu zentralistisch. Und die Linken wiederum sind basisdemokratisch bis zum Geht-nicht-mehr. Beim Parteifest der Jusos braucht es sieben Leute, um den Grill anzufeuern, und die Gewerkschaft schaut, dass niemand ausgebeutet wird. Es ist super – und es ist grauenhaft, alles dauert so lange. Ich könnte das nicht.

Wie sähe Ihr eigenes Parteiprogramm aus?

Ich wäre nicht sehr programmatisch. Ich habe ein abendfüllendes Programm, das reicht. Das heisst «Nachsitzen» – und das hat die Schweiz nötig.

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Viel Biss: Patti Basler beisst herzhaft in den Cervelat, den sie grilliert hat.

Patti Basler

Patti Basler, 45, wuchs mit zwei Schwestern auf einem Bauernhof in Zeihen auf. Sie wurde zunächst Lehrerin, Pädagogin und Lehrmittelautorin. 2015 schloss sie ihr Zweitstudium der Erziehungswissenschaften, Soziologie und Kriminologie ab. 2019 wurde Basler für die Schweiz mit dem Salzburger Stier ausgezeichnet, der höchsten Kabarett-Auszeichnung im deutschsprachigen Raum. Die Bühnenpoetin, Autorin und Kabarettistin zählt zu den erfolgreichsten Unterhaltungskünstlerinnen in der Schweiz. (twe)

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