100 Jahre EVP Kölliken-Safenwil: «Der Partei ist nie die Luft ausgegangen»

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Der amtierende Vorstand der EVP Kölliken-Safenwil (von links): Präsident Peter Rytz, Mirjam Bossard, Edith Wittich und Christine Wein.  Bilder: zvg
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Traugott Haller (1867 – 1940) war der erste Präsident der EVP Kölliken.

Wie stolz ist der Präsident der Ortspartei auf das hohe Jubiläum?

Peter Rytz: Sehr stolz! Ich bin mir dabei absolut bewusst, was da in den 100 Jahren gearbeitet und geleistet wurde, bis wir jetzt dieses herausragende Ereignis feiern dürfen. Angefangen beim Mut und der Zuversicht, so kurz nach dem Ersten Weltkrieg eine neue Partei zu gründen. Es ist mir darum sehr wichtig, allen Vorgängerinnen und Vorgängern für den enormen Einsatz und vor allem auch für den immer wieder nötigen eisernen Durchhaltewillen herzlich zu danken.

Wie feiern Sie das Jubiläum gebührend in dieser schwierigen Zeit?

Unsere Parteiarbeit findet immer für und mit der Bevölkerung statt. Darum richtet sich das Fest gezielt an die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Dörfer. Wir wünschen uns, dass wir am Nachmittag des 14. August, von 14 bis 16 Uhr vor der Arche viele Gleichgesinnte und Andersdenkende mit ihren Familien zum Begegnungsprogramm begrüssen dürfen. Der Vorstand sowie die zurzeit aktiven Behörden- und Kommissionsmitglieder der EVP werden vor Ort sein und mit den Gästen das Gespräch suchen. Am Abend findet mit geladenen Gästen ein schlichter Festakt statt. Alle Programmteile werden sich im Rahmen der geltenden Pandemiemassnahmen bewegen. So gesehen, feiern wir so gut und angemessen, wie das eben im Moment möglich ist. Schliesslich waren während der vergangenen 100 Jahre schon grössere Krisen zu bewältigen.

Sind Sie persönlich erstaunt, dass es die EVP Kölliken schon so lange und immer noch gibt?

Ja und nein. Ich taxiere es als erstaunlich, dass der relativ kleinen Partei nie die Luft ausgegangen ist. Andererseits basiert sie auf dem Evangelium, das für die Ewigkeit gemacht ist. Darin unterscheidet sie sich grundsätzlich von Einthemenparteien oder Absplitterungen von anderen Parteien. Diese werden aus einem aktuellen Anlass geboren und verblassen dann über kurz oder lang wieder. Die Werte der EVP sind nachhaltig und verlieren ihre Daseinsberechtigung nie.

Auf was führen Sie es zurück, dass die EVP in Kölliken so stark ist?

Wir haben das Glück, dass es bei uns seit einem Jahrhundert immer wieder Personen und kleine Gruppen gibt, die sich aus dem Glauben heraus für die Gemeinschaft engagieren. Die Verankerung in der Landeskirche und den Freikirchen ist sehr gut. Dabei spielt sicher auch eine Rolle, dass alle Kirchen im Dorf gut zusammenarbeiten. Man kann sich aufeinander verlassen und pflegt die gleichen Werte.

Im Gegensatz zu anderen Parteien politisieren bei der EVP schon seit 50 Jahren die Frauen mit. Ist das mit ein Erfolgsfaktor? Immerhin sitzt nun ja eine Aargauer Nationalrätin für die EVP in Bern.

Bestimmt tragen die Frauen den Erfolg der EVP ganz wesentlich mit. Nicht nur in Kölliken. Bei uns in Kölliken sind im Moment vier Frauen und ein Mann in Gemeindeämtern tätig. Allerdings stellen auch wir immer wieder fest, dass Frauen besonders viel Mut brauchen, um ein öffentliches Amt anzunehmen. Umso erfreulicher, dass Lilian Studer es jetzt bis ganz nach oben geschafft hat und übrigens erst kürzlich noch Präsidentin der EVP Schweiz geworden ist.

Die CVP (Christliche Volkspartei) hat sich umbenannt, weil sich Mitglieder am C störten, hatte die EVP auch schon solche Gedanken?

Natürlich spricht man bei uns über das E. Im Gegensatz zur Mehrheit in der anderen christlichen Mittepartei wird das E bei uns als Zeichen einer klaren Ausrichtung und als Signal für die gelebten Werte angesehen. In der EVP ist die klare Ausrichtung auch wichtiger als einfach die Parteigrösse oder -stärke.

Viele Parteien haben Nachwuchsprobleme. Was unternimmt die EVP, dass es sie in 50 Jahren auch noch gibt?

Immer wieder engagierte Personen für ein Mitwirken und eine Mitgliedschaft zu finden, ist für uns ebenfalls eine grosse und andauernde Herausforderung. Wir sprechen geeignete Personen für konkrete Aufgaben an und haben tatsächlich guten Erfolg damit. Wir wollen uns darum weiterhin bemühen, fachlich und persönlich gute Leute für Ämter in den Gemeinden zu finden und für die Wahlen vorzuschlagen. Darüber hinaus sind wir überzeugt, dass die Parteien trotz oder eben gerade mit den neuen digitalen Möglichkeiten ihre Existenzberechtigung behalten. Sie bieten den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern auch in Zukunft gute Orientierungshilfen für Abstimmungen und Wahlen.

Was plant die EVP Kölliken für die Zukunft?

Es ist und bleibt unsere Zielsetzung, in den Gemeinden und in unserem Land für die gesamte Bevölkerung zu ethischen, gerechten und tragfähigen Lösungen und einem möglichst harmonischen Zusammenleben beizutragen. Dazu erachten wir es als wichtig, uns von anderen Parteien politisch unabhängig in der Mitte weiter vorwärts zu bewegen und weder nach links noch nach rechts zu kippen. 

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