Für den Bauernkalender 2022 wagte der Oftringer Hans-Ruedi Brunner etwas Neues

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Für den Bauernkalender posierte «Rüedu» mit einem Traktor. Das passt, denn zu Hause hat er einen 33-jährigen Traktor restauriert. Bild: zvg

Das karierte Hemd ist geöffnet und gibt den Blick auf den halbnackten, mit Schmutz beschmierten Oberkörper frei. Um das rechte Handgelenk ist ein Lederband gewickelt. So posiert Hans-Ruedi Brunner, der sich Rüedu nennt, vor einem Traktor für den Bauernkalender 2022. Der 27-jährige Oftringer wollte mit dem Fotoshooting etwas Neues ausprobieren. Aus Neugierde hat er sich selbst angemeldet, es brauchte aber drei Jahre, bis er sich dazu entschloss. Modelerfahrung hatte er zuvor noch keine gesammelt. Um für den Bauernkalender modeln zu dürfen, müssen die Protagonisten aus der Landwirtschaft stammen und in der Schweiz wohnhaft sein.

Zwar ist Hans-Ruedi Brunner nicht Landwirt – er arbeitet als Maschinist und Maurer bei einem Bauunternehmen in Zofingen –, ist aber in Oftringen, unterhalb des «Luutertätschs», auf dem Bauernhof aufgewachsen. Seit zwei Jahren wohnt er wieder dort, unterstützt seine Schwester, die den Hof übernommen hat, bei den anfallenden Arbeiten. Letztes Jahr hat er sich einen 33-jährigen Traktor gekauft und diesen von November bis Mai restauriert. Damit übernimmt er nun in seiner Freizeit Arbeiten auf den Feldern. Während seine Schwester mehrheitlich zu den Tieren schaut – sie hat den Betrieb auf Bio und auf Muttertierhaltung umgestellt –, kümmert er sich um alles, was mit den Maschinen zusammenhängt.

Bauer wollte Hans-Ruedi Brunner nie werden. «Ich musste das von Kind auf machen, daher habe ich mich dagegen entschieden», sagt er. Der Vater hielt viele Schafe. Die Arbeit mit diesen Tieren mochte Hans-Ruedi Brunner gar nicht. «Ständig mussten wir wieder irgendwo eine Weide einzäunen gehen. Das war nicht so meine Arbeit.» Als Maurer habe er seine Baustellen, geniesse so einige Freiheiten und viel Selbstständigkeit.

Das Prozedere rund ums Shooting erstaunte ihn

Zurück zum Bauernkalender. Nach dem Casting, an dem er sich vorstellen musste und ein Bewerbungsvideo gedreht wurde, bekam er Anfang Juni Bescheid, dass er für das Shooting ausgewählt worden sei. Auf dem Erlebnisbauernhof «Weiernheim» in Winikon LU wurden die Fotos geschossen. Sechs Grad kalt war es an diesem Tag. Es regnete und windete. «Das waren sicher schwierige Bedingungen für ein erstes Fotoshooting», sagt Hans-Ruedi Brunner. Doch dank den Anweisungen des Teams fühlte er sich vor der Kamera nicht unwohl. Das Prozedere rundherum sorgte bei ihm für Erstaunen. «Am Morgen wurde ich vorbereitet. Die Haare wurden frisiert und mein Gesicht geschminkt», erzählt der 27-Jährige. «Das war jetzt ehrlich gesagt nicht so meins», ergänzt er und schmunzelt. Überrascht war er auch, wie lange das Shooting dauerte. Rund eine Stunde stand er vor der Kamera, bis sich die Verantwortlichen für ein Bild entschieden. Geholfen habe ihm die landwirtschaftliche Umgebung, wie er sie kenne, sagt Brunner. Erhältlich ist der Kalender für 42 Franken unter www.bauernkalender.ch.

Eine Modelkarriere strebt er deswegen jetzt nicht an

Mit dem Resultat ist er zufrieden. «Nur etwas schade, dass man meine Augen nicht so gut sieht», findet er. Tatsächlich: Die stahlblauen Augen des Oftringers kommen auf dem gewählten Bild nicht so gut zur Geltung. Das Shooting sei eine «coole Erfahrung» gewesen, sagt Hans-Ruedi Brunner. Je nach Situation und Angebot kann er sich vorstellen, wieder einmal vor der Kamera zu stehen. «Eine Modelkarriere strebe ich jetzt aber nicht an», sagt er und lacht. «Dann müsste ich ja noch auf die Ernährung achten.» Ins Fitness geht er nämlich nicht; seinen Körper trainiert er während der Arbeit oder – bis vor der Coronakrise – beim Motocrossfahren.

Bereits als Jugendlicher war der Motorsport seine grosse Leidenschaft. Angefangen hatte alles mit einem alten Töff, der auf dem heimischen Hof herumstand. Zudem fuhr auch sein älterer Bruder Motocross. Sein Chef im Lehrbetrieb bekundete aber wenig Freude am Hobby seines Maurer-Lehrlings. «Ich hatte einen Unfall nach dem anderen», gibt Hans-Ruedi Brunner zu. «Der Chef sagte mir, dass ich erst nach der Lehrabschlussprüfung wieder fahren darf.» Daran hielt sich Hans-Ruedi Brunner. Später fuhr er als Lizenzierter an den Schweizer Meisterschaften und steckte viel Geld in den Sport. «Ich wollte nicht zu viele Sponsoren haben, denn das verpflichtet und sorgt für viel Druck. Das widerstrebte mir.» Durch die Pandemie rückte der Motorsport in den Hintergrund. Dafür hat Hans-Ruedi Brunner jetzt mehr Zeit, um seiner Schwester auf dem Hof zu helfen.

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