Auf dem Heitern knüpften sie 1997 zarte Bande am Auftritt von DJ Bobo

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Heute leben Karin und Patrick Scheppler mit ihren drei Kindern im Mühlethal. Den Bezug zum Open Air haben sie etwas verloren. Bild: jam

Der 1. August 1997 sollte die Gefühle von Karin Peter und Patrick Scheppler ziemlich durcheinanderwirbeln. Der 1. August 1997 war der Tag, an dem DJ Bobo am Heitere Open Air ein Konzert gab. Und es war der Tag, an dem sich erste zarte Bande zwischen Patrick und Karin zu bilden begannen.

Doch von vorne. Als junger Mann arbeitete Patrick Scheppler damals bei McDonald’s Bern, zudem studierte er Geografie und Informatik an der Uni Bern. Er unterstützte in seiner Funktion den Geschäftsleiter und war auch mit einem McDonald’s-Foodtruck an der BEA- Messe präsent. Das fiel dem Gründer des McDonald’s in Oftringen auf. Darum fragte er, ob dieser Foodtruck nicht auch am Heitere Open Air eingesetzt werden könnte. Konnte er. Und so kam es, dass Patrick Scheppler an diesem Heitere-Wochenende 1997 jeden Tag von Bern nach Zofingen und wieder zurück fuhr.

Gleichzeitig studierte Karin Peter (heute Scheppler) an der HPL Zofingen und machte ihre Ausbildung zur Lehrerin. Um Erfahrung mit Kindern zu sammeln, meldete sie sich bei McDonald’s Oftringen, der eine sogenannte Hostess suchte. Dort war sie zuständig für eingehende Reklamationen sowie die Kinder- und Gästebetreuung. Ihr Chef fragte sie dann, ob sie nicht die Hüpfburg am Heitere Open Air betreuen könnte. Konnte sie.

Erste Kontakte bei Ice Tea und Gummibärli

Am Freitagnachmittag, 1. August, trafen Patrick und Karin beim Aufbau des Standes zum ersten Mal aufeinander. Er war dafür verantwortlich, dass alles reibungslos läuft, sie verteilte Gummibärli und betreute die Hüpfburg. Für die Mitarbeitenden gab es hinter dem Foodtruck einen Verpflegungsstand, wo sie gratis Ice Tea konsumieren konnten. «Wir beide hatten an diesem Nachmittag plötzlich etwas mehr Durst als sonst», erinnert sich Patrick Scheppler und lacht. Gemeinsam gingen sie ans Konzert von DJ Bobo. Sie kamen ins Gespräch, näherten sich behutsam an. Mehr passierte an diesem Tag nicht.

Am nächsten Tag hatten sie etwas mehr Zeit zum Reden. Gemeinsam zogen sie über das Festivalgelände. Das blieb den Kollegen von Patrick nicht verborgen. Am Abend, auf der Rückfahrt nach Bern, zogen sie ihn auf mit Sprüchen. Und Karin redete an diesem Abend noch lange mit ihrer Schwester.

Am Sonntag lauschten sie gemeinsam den Klängen von Patent Ochsner, die an diesem Wochenende genauso auftraten wie Florian Ast, Stiller Has, Gotthard oder Tic Tac Toe. Dann gings ans Aufräumen. Im Aufenthaltsraum des neu erbauten McDonald’s Oftringen stellte Karin Patrick dann die wirklich wichtigen Fragen: «Wie alt bist du? Und was machst du sonst noch, als bei McDonald’s zu arbeiten?» Ob der direkten Art war Patrick etwas perplex. Gleichzeitig waren beide enorm schüchtern, keiner getraute sich, den Schritt zu machen. Patrick sass bereits im Auto, als er sich ein Herz fasste und Karin nach ihrer Telefonnummer fragte. «Ich war so wahnsinnig froh», sagt Karin und lacht.

Am Dienstag darauf kam der Anruf. Karin wohnte in Oftringen und die Telefone hatten noch Kabel. Sie verabredeten sich fürs nächste Wochenende in Olten. Karin machte Patrick aber gleich zu Beginn klar: «Eigentlich habe ich nicht viel Zeit für einen Freund.» Die junge Frau studierte nämlich nicht nur, sondern war auch mitten in der Selektion für das Nationalkader der Synchronschwimmerinnen. Davon liess sich Patrick aber nicht gross beeindrucken.

Das Date begann mit Pizza und endete mit einem Kuss

Nach dem Treffen in Olten, das bei einem Apéro und einer Pizza begann und an der Aare mit dem ersten Kuss endete, blieb Patrick dran. Sie sahen sich am Wochenende, telefonierten unter der Woche. «Hin und wieder stresste es mich schon, dass sie so wenig Zeit hatte», gibt Patrick Scheppler heute zu. Doch sein Verständnis für ihre sportlichen Ambitionen war gross. Sie schaffte die Selektion für die Nationalmannschaft, er begann bei Wettkämpfen mitanzupacken. Ein Jahr später halfen sie wieder während dem Heitere Open Air mit. «Wir konnten es richtig geniessen. Es war eine coole Zeit.»

Inzwischen hatten beide ihr Studium abgeschlossen. Patrick unterrichtete an einer Privatschule und auch Karin begann zu unterrichten. 1999 zogen sie zusammen. Ihre Bedingung: Patrick musste sein Studium beendet haben. Ihre erste gemeinsame Wohnung bezogen sie in der Altachen in Zofingen. Er fand eine Stelle als Lehrer beim KV Zofingen und sie arbeitete in Unterkulm. Später wechselte sie als Lehrerin nach Oftringen, wo sie heute noch unterrichtet.

Am 8. September 2001 heirateten Karin und Patrick in der Zofinger Stadtkirche. Das Essen fand im Hotel Zofingen statt. Es folgte die Hochzeitsreise nach Australien und Neuseeland, wo Karin in Christchurch noch einen Schwimmwettkampf absolvierte. Zwei Jahre später kam die älteste Tochter auf die Welt. Und nochmals zwei Jahre später bezogen sie ihr neu gebautes Haus im Mühlethal. Zwei weitere Kinder, ein Bub und ein Mädchen, kamen dazu.

Heute arbeitet Patrick Scheppler am BWZ und unterrichtet Informatik an der Kantonsschule Zofingen und an der Berufsschule. Zudem ist er Dozent für andere Schulen. In den vergangenen Jahren haben sie hin und wieder die Aussenkonzerte besucht und auch das Heitere-Magazin liest Patrick Scheppler immer gerne. Über all die Jahre haben sie den Bezug zum Heitere Open Air allerdings etwas verloren. «Trotzdem bleibt es unser Festival», sagen die beiden.

Serie

Die Liebe des Lebens, eine neue Erfahrung oder ein Erlebnis mit einem Künstler: In der Serie «Mi Heitere-Momänt» blickt das Zofinger Tagblatt zurück auf spezielle Open-Air-Momente. So soll in der traditionellen Heitere-Woche trotzdem etwas Festivalgefühl aufkommen, obwohl die Pandemie den Veranstaltern auch dieses Jahr eine normale Durchführung verhindert hat. Die reduzierte Version des Festivals findet statt vom 10. bis 12. September.

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