Mietautos kosten jetzt mehr – nachdem sie die Flotten verkleinerten, kämpfen Vermieter jetzt um neue Autos

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Mietautos sind zurzeit stark nachgefragt. Avis Budget Group

Mit dem Auto die Schweiz zu entdecken, ist dieser Tage nicht besonders günstig. 1200 Franken bezahlen Touristen am Flughafen Zürich, wenn sie diesen Samstag für eine Woche bei Hertz einen Ford Focus abholen, den sie drei Tage zuvor gebucht haben. Bei Europcar werden 1100 Franken für einen in der Grösse vergleichbaren Skoda Octavia fällig, bei Enterprise kostet dieselbe Fahrzeuggruppe gar 1300 Franken für sieben Tage. Das sind über 185 Franken pro Tag.

Die Preise sind damit höher als in früheren Jahren, als mit etwas Geschick beim Buchen auch für 50 Franken pro Tag ein Auto gemietet werden konnte. Der Eindruck täuscht nicht: «Das Preisniveau in den Monaten Juli und August ist allgemein ein wenig höher als in der Vergleichsperiode der vergangenen Jahre», sagt Martin Helg, Marketingchef bei Europcar.

Touristen mieteten Zügelwagen

«Die Kosten für Autos sind gestiegen, weil es durch die Pandemie und den Chipmangel weniger Neuwagen gibt und diese viel teurer als in der Vergangenheit verkauft werden», sagt er. Zudem führten die diversen Schutzkonzepte und zusätzliche Corona-Massnahmen zu Mehrbelastungen, was sich auch auf den Preis auswirkt.

Eine ähnliche Entwicklung hatte sich zuvor schon in den USA gezeigt, nachdem viele Massnahmen aufgehoben wurden und die Reiselust der Bevölkerung wieder sprunghaft anstieg. Auf Hawaii waren im Frühling Mietwagen so knapp, dass Touristen laut lokalen Medien teilweise Zügelautos mieteten, um doch noch mobil zu sein. Badegäste am Strand wunderten sich laut dem «Spiegel» über die am Strand geparkten Möbeltransporter.

Vermieter reduzierten Flotten

So extrem ist die Situation in der Schweiz nicht. Doch auch hier haben zwei gegenläufige Trends zuletzt für eine Verteuerung gesorgt: Zum einen ist die Nachfrage wieder gestiegen, zum anderen haben viele Vermieter ihre Flotte während der Krise reduziert. Wegen der globalen Chipknappheit kommen sie ausserdem schlechter an Neuwagen.

Auch der Vermieter Sixt sieht «aktuell steigende Preise», wie Sprecherin Hanna Meeder sagt. «Aufgrund der gelockerten Mobilitäts- und Reisebeschränkungen steigt die Nachfrage aktuell nach wie vor an und trifft auf eine Knappheit bei den verfügbaren Mietwagen».

«Beschaffung von Autos ist eine Herausforderung»

Es sei nicht absehbar, wie sich die Lage im Bereich Halbleitermangel entwickle. Auch sei es schwierig, die weitere Entwicklung der Pandemie vorauszusehen – und damit, wie sich die Nachfrage in nächster Zeit präsentieren wird. Sixt empfiehlt deshalb Kunden, im Voraus zu buchen.

Auch der Vermieter Hertz hat nach wie vor eine kleinere Flotte als vor der Pandemie, wie Marketingmanager Tobias Meier sagt. Im Vergleich zu den Vormonaten habe man aber die Flotte wieder ausgebaut. Die Beschaffung von Neuwagen «stellt aktuell eine Herausforderung dar, hat aber zum jetzigen Zeitpunkt keine Auswirkungen auf die Flottengrösse.»

Bald könnten Preise wieder sinken?

Die Preise seien bei Hertz zwar aufgrund der erhöhten Nachfrage in den Sommermonaten zuletzt höher gewesen, aber im Rahmen der Ferienzeit der vergangenen Jahre. Eine Prognose abzugeben, sei schwierig. «Wir sind jedoch optimistisch, dass die Nachfrage nach Geschäftsreisen und im Tourismus wieder anzieht», sagt Meier.

Eine gute Nachricht gibt es: Mit dem Ende der Sommerferien in vielen Kantonen dürften die Preise wieder sinken. «Die Situation wird sich in den nächsten Tagen verändern», sagt Martin Helg von Europcar. Die Frage, ob Geschäftsreisende ab September wieder zurückkommen, lässt er aber offen.

Keinen Einfluss auf die Nachfrage hätten hingegen Abo-Angebote, die einige Vermieter zuletzt lanciert haben – etwa Sixt mit Sixt+, Hertz mit Hertz Minilease oder Enterprise mit Enterprise Minilease. Bei Sixt+ kann damit beispielsweise ab 480 Franken pro Monat ein Fahrzeug gemietet werden, bei Enterprise Minilease ab 420 Franken, bei Hertz ab 800 Franken. «Diese Produkte sind Nischenprodukte unseres Wettbewerbs», sagt Martin Helg. «Sie haben keinen Einfluss auf die Marktpreise.»

 
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