Ein denkwürdiger Abend für den EHC-Olten-Goalie Simon Rytz in fremden Diensten

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Ungewohntes Bild: EHCO-Goalie Simon Rytz im Dress der SCL Tigers. (Bild: freshfocus)

 

Goalie-Drama? Ja. Grausames Pech für die Langnauer? Nein. Dieses Drama ist die Strafe der Hockey-Götter für die grösste Transfer-Dummheit der Klubgeschichte (seit 1946). Langnaus Nummer 1 Ivars Punnenovs hat noch nie eine Saison ohne Verletzung durchgespielt. Er ist der zerbrechlichste Goalie der Liga. Gerade für die SCL Tigers wäre also eine starke Nummer 2 von existenzieller Bedeutung. Aber trunken vom Playofff-Ruhm von 2019 lassen sie Damiano Ciaccio aus einem laufenden Vertrag nach Ambri ziehen. Dabei hatte er die die Emmentaler nach einer Verletzung des lettischen Nationalgoalies in die Playoffs getragen.

Das Motiv dieser Torheit: Übermut und Geiz. Für Ciaccio holt der damalige Sportchef Marco Bayer von Zugs Farmteam den für die höchste Liga untauglichen Gianluca Zaetta. Damit sind die Langnauer seit dem Frühjahr 2019 das einzige Team der beiden höchsten Ligen ohne eine taugliche Nummer 2. Letzte Saison hat diese Kuriosität niemanden gekümmert. Kein Publikum im Stadion. Kein Absteiger. Alles egal. Auch der letzte Platz.

Die Frage war nicht ob, sondern wann er ausfällt

Aber jetzt ist nicht mehr alles egal. Es gibt zwar zum letzten Mal keinen Absteiger. Doch nun dürfen die Fans wieder ins Stadion und für ausgefallene Ticket-Einnahmen gibt es keine Bundesgelder mehr.

Die Frage vor dieser Saison war nicht, ob Ivars Punnenovs ausfallen wird. Sondern nur wann. Seit dem Zusammenprall mit SCB-Topskorer Cory Conacher am letzten Samstag ist der Lette mit Schweizer Lizenz nicht mehr einsatzfähig. Gehirnerschütterung. Wie lange er ausfällt, ist offen. Den überforderten Gianluca Zaetta zwickts in den Adduktoren. Damian Stettler, die hoffnungsvolle Nummer 3 und zwecks Spielpraxis an Winterthur ausgehliehen, fällt nach einer Knieoperation vier bis sechs Monate aus. Die SCL Tigers hatten am Montag keinen Torhüter mehr. Und so ist gestern Olten ins Spiel gekommen. In Davos stand Simon Rytz im Tor. «Er war der beste Torhüter, der sofort erhältlich war», sagt Langnaus Sportchef Marc Eichmann. Er hat Oltens 38-jährigen «Saurier» mit einer «Emergency Licence» für ein Spiel verpflichtet und sagt: «Diese Lizenz ist nur für ein Spiel und weitere Einsätze sind nicht geplant.»

Simon Rytz spielte zuletzt im Laufe der Saison 2017/18 eine Partie in der höchsten Liga (Biel) und seit 2015, als er Biel in die Playoffs in im Viertelfinal bis ins 7. Spiel gegen die ZSC Lions hexte, geniesst er Legenden-Status. Nun hat er Helden-Status in Langnau: Bei seinem Comeback in der National League bescherte er den Langnauern einen sensationellen 5:4-Verlängerungssieg in Davos. Er war besser als HCD-Nationalgoalie Gilles Senn.

Marc Eichmann ist nun daran, bis Saisonende eine starke Nummer zwei zu engagieren.  Und es gehört zu den Kuriositäten unseres Hockeys, dass sein Wunschkandidat in Davos beschäftigungslos auf der Tribüne sass: Nationaltorhüter Robert Mayer. Er ist hinter Gilles Senn und Sandro Aeschlimann die Nummer 3 in Davos und trotz Vertrag bis 2024 nicht mehr erwünscht. Er kommt nicht mehr zum Einsatz. Wird er auf Leihbasis bis Saisonende Langnaus Nummer 2? Marc Eichmann musste seine erste Offerte nachbessern und bis Spielbeginn hatte er sich HCD-Sportchef Jan Alston nicht einigen können.

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