Gehen Sereal-Schüler aus Brittnau bald in Zofingen zur Schule?

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Im Oberstufenschulhaus Brittnau könnte zukünftig die Gemeindeverwaltung einquartiert sein. Bild: Ilir Pinto

Am Mittwoch lud Brittnau zu einem öffentlichen Informationsabend. Rund ein Dutzend Personen nahmen daran teil. Ein Teilnehmer gab sich überrascht darüber, zumal das Thema des Abends ein wichtiges war: die Zusammenlegung der Oberstufen von Brittnau, Strengelbach und Zofingen am geplanten Oberstufenzentrum in Zofingen (das ZT berichtete). Die spärliche Teilnahme dürfte wohl der Zertifikatspflicht zuzuschreiben sein.

Seit der Auflösung des Regos-­Vertrages per Schuljahr 2018/19 führen Strengelbach und Brittnau Sek und Real gemeinsam in Brittnau. Strengelbach plant, bis 2027 alle Oberstufenschüler nach Zofingen zu schicken. In Brittnau wäre diese Lösung auch möglich. Trotzdem beschäftigte sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Gemeinden Zofingen, Brittnau und Strengelbach mit Alternativen.

Es bräuchte eine Investition von 1,5 Millionen Franken

Die drei Arbeitsgruppen, die am Infoabend ihre Resultate präsentierten, hatten die Schülerzahlen zu den Jahren 22/23 bis 29/30 erhoben. Die Zahlen zeigen: Sowohl Brittnau als auch Strengelbach haben zu wenig Oberstufenschüler, um eine eigenständige Oberstufe führen zu können. Eine Kreisschule kommt für Zofingen nicht in Frage, da die strategische Führung einem Kreisschulrat überlassen werden müsste. Eine weitere Abklärung fand in Richtung Erhaltung des Standorts Brittnau als Aussenstandort der Zofinger Oberstufe statt. Dazu müssten Investitionen von mindestens 1,5 Millionen Franken in das Oberstufenschulhaus getätigt werden. Eine Verlängerung des aktuellen Schulvertrags, der 2027 ausläuft, sowie die Suche einer neuen Partnergemeinde kommen auch nicht in Frage.

Warum es Sinn macht, Brittnaus Oberstufe nach Zofingen zu verlegen, erklärte Gemeinderat Kurt Iseli zusätzlich anhand einer provisorischen Hochrechnung der Schülerzahlen: Für das Schulgeld werden die Anlage- und Betriebskosten anhand der Brittnauer Schülerzahlen auf 153 600 (Real) bzw. 279 000 Franken Sek berechnet. «Diese Kosten entstehen auch in Brittnau», sagte Iseli. Daher dürfte der neue Vertrag keinen Einfluss auf den Steuerfuss der Gemeinde haben. Der Vertrag sei für zwölf Jahre fixiert, danach jeweils mit einer Frist von zwei Jahren kündbar. Diese Fristen seien für Brittnau vorteilhaft. Ursprünglich sei eine Vertragsdauer von 20 bis 30 Jahren im Gespräch gewesen, erklärte Iseli.

Oberstufenzentrum bietet mehr Möglichkeiten

Das Zentrum soll viele Vorteile mit sich bringen. So sei man bereit für anstehende Reformen. Zudem könnten schwierige Klassensituationen besser abgefedert oder schwache oder starke Schülerinnen und Schüler gefördert werden. Ausserdem machte Iseli auf den generellen Lehrpersonenmangel aufmerksam. Das Oberstufenzentrum biete mehr Möglichkeiten im Personalmanagement.

Ein Teilnehmer gab zu bedenken, dass Schülerinnen und Schüler an einem grossen Standort wie dem Oberstufenzentrum Rebberg viel anonymer sein würden. Dies könnte Probleme wie Mobbing fördern. Der Brittnauer Oberstufen-Schulleiter Daniel Hölzle antwortete, dass die Bedenken gerechtfertigt seien. Er habe aber auch schon «massive Mobbing-Probleme» an kleinen Dorfschulen erlebt.

Schliesslich wurde auch beantwortet, wie die Zukunft von Brittnaus Oberstufenschulhaus aussehen könnte. «Das Gemeindehaus ist aktuell mehr als sanierungsbedürftig», sagt Iseli. Als Zwischenlösung könnte die Gemeindeverwaltung in diesem Gebäude einquartiert werden. Zudem schwebe ihm vor, eine Tages- und eventuell eine Sonderschule zu realisieren.

Der Gemeinderat Brittnaus empfiehlt, den Vertrag an der kommenden Gemeindeversammlung vom 17. November anzunehmen. Damit würden die Sereal-Schüler ab dem Schuljahr 26/27 im Oberstufenzentrum Zofingen zur Schule gehen. Das bedeutet aber auch, dass Brittnau seine Oberstufe verlieren würde. Strengelbach hat seine schon im Jahr 2017 verloren. Der Strengelbacher Gemeindeammann Stephan Wullschleger sagte, dass er seither keine Nachteile wie zum Beispiel eine Abnahme der Vereinstätigkeit festgestellt habe. «Es ist sowieso schwierig, Jugendliche zu gewinnen.» In Zofingen biete sich dafür sicher ein neues Feld für die Schülerinnen und Schüler.

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