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Wohl im Frühsommer: WEF in Davos wird verschoben

Eigentlich hätten sich vom 17. bis 21. Januar 2022 in Davos die Mächtigen und Reichen zum Weltwirtschaftsforum (WEF) treffen sollen. Daraus wird nichts: Das Jahrestreffen wird verschoben und ist für den Frühsommer geplant, wie die Organisatoren am Montag mitteilten. Der Grund ist die «anhaltende Unsicherheit» bezüglich des Omikron-Ausbruchs.

Die derzeitigen Pandemiebedingungen würden es äusserst schwierig machen, ein globales Treffen in Person durchzuführen, heisst es in der Mitteilung. Die Teilnehmer werden stattdessen an einer Reihe von «State of the World»-Sitzungen teilnehmen, die online durchgeführt werden. «Die Verschiebung der Jahrestagung wird den Fortschritt durch anhaltende digitale Zusammenkünfte von Führungskräften aus Wirtschaft, Regierung und Zivilgesellschaft nicht verhindern», wird WEF-Gründer Klaus Schwab zitiert.

Bereits die Ausgabe 2021 in Davos war der Pandemie zum Opfer gefallen, auch die Ersatzveranstaltungen in der Zentralschweiz und in Singapur konnten wegen der neu aufkommenden Delta-Variante nicht stattfinden.

Open Forum wegen Drohungen bereits früher abgesagt

Die Organisatoren zeigten sich bis zuletzt vorsichtig optimistisch, was die Durchführung im Januar angeht. Allerdings war bereits seit Ende November klar, dass das Open Forum abgesagt werden muss. Dabei handelt es sich um öffentlich zugängliche Podiumsdiskussionen und Vorträge, die ausserhalb des abgeriegelten Kongresszentrums stattfinden. Grund für die Absage war nicht die Pandemie, sondern Drohungen gegen das WEF.

Das Weltwirtschaftsforum ist aus der nationalen und internationalen Agenda nicht mehr wegzudenken: Zahlreiche Staatsoberhäupter und Regierungsvertreter sowie eine hohe Zahl an Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft reisen seit Jahren jeweils im Januar in die Bündner Berge. Für dieses Jahr haben sich alleine aus der Schweiz fünf Bundesräte und der Bundeskanzler angekündigt.

«Nackenschlag» für Kurort Davos

Für den lokalen Tourismus sei die vorläufige WEF-Absage ein «Nackenschlag», sagte Ernst «Aschi» Wyrsch von Hotellerie Suisse Graubünden. Er bestätigte auf Anfrage eine Meldung des «Tages-Anzeiger». «Das WEF macht für die Davoser Betriebe fast einen Viertel der Wertschöpfung aus», sagt er. Manche Hotels seien noch weit stärker betroffen. Nun sei eine Januarwoche mit 100 Prozent Belegung plötzlich wieder auf null. Immerhin bestehe nächstes Jahr im Gegensatz zu 2021 Hoffnung auf ein WEF im Sommer.

Gegenüber Radio SRF bestätigte WEF-Geschäftsführer Alois Zwinggi : «Wir planen den Anlass im Sommer in Davos durchführen zu lassen.» Der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff sagte gegenüber dem Sender: «Wir bedauern, dass der Anlass zum zweiten Mal in Folge abgesagt werden musste, haben aber Verständnis im Hinblick auf die aktuelle Lage.» Nun brauche der Kanton aber schnell Klarheit über den genauen Zeitpunkt des Sommer-WEF. (abi/wap)

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