Carl Lewis herrscht über Sandgrube und Tartanbahn

Carl Lewis, von den Leichtathleten zu ihrem Sportler des 20. Jahrhunderts gewählt, war einer der letzten Sprinter, die auch im Weitsprung dominierten - oder umgekehrt.

Heute vor 37 Jahren liess sich der Amerikaner auch im Weitsprung erstmals Gold umhängen.

"Die Leute müssen verstehen, dass ich ein Weitspringer war, der gesprintet ist. Der Weg vom Sprint zum Sprung ist dagegen viel schwieriger." Dies sagte Carl Lewis nicht am 10. August 1983, als er an den Weltmeisterschaften in Helsinki zwei Tage nach dem Sieg im 100-m-Lauf auch im Weitsprung die Konkurrenz in Schach hielt. Dieses Statement, das der Athlet aus dem Bundesstaat Alabama während der Karriere zwar mehrmals bekräftigt hatte, liess die Leichtathletik-Fans erst nach seinem Rücktritt aufhorchen. Nämlich vor einem Jahrzehnt, als Usain Bolt laut über Wettkämpfe in der Sandgrube nachdachte.

Wieso eigentlich, fragte sich männiglich, treten auffallend wenige der weltbesten Sprinter im Weitsprung an? Jesse Owens 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin oder Lewis 1984 in Los Angeles hatten doch vorgemacht, dass eine vierte Goldmedaille neben jenen über 100 m, 200 m und mit den Sprint-Staffelkollegen quasi im Vorbeigang bereitliegt. Ein Trugschluss. Lewis sah Bolt nicht als Weitspringer - und behielt Recht.

Auch Adrian Rothenbühler, der Schweizer Trainer des Jahres 2019, ehemaliger Zehnkämpfer und in Magglingen als Ausbildner von Trainern Sportarten-übergreifend oft die erste Ansprechperson, wenn es um Trainingslehre, Kraft oder Kondition geht, kommt zu diesem Schluss: "Usain Bolt war wohl doch etwas zu schwer, hatte zuviel Muskelmasse. Gefragt ist ein feiner Typ. Denn der profitiert vom besten Kraft-Last-Verhältnis."

Leicht fliegt besser, wie im Skispringen. Die Physik hält also die Sprinter vom Weitsprung fern, denn Lewis’ Nachfolger in der Bahn wurden immer bulliger - Linford Christie, Donovan Bailey, Maurice Greene, Justin Gatlin, Tyson Gay. Betreffend Körperbau entsprach eigentlich nur der Europameister Christophe Lemaitre oder in Ansätzen auch Bolt dem Muster von Lewis.

Zumindest der Laufstil des Jamaikaners und des noch aktiven Franzosen hätten gepasst. "Lewis flog leicht dem Ziel entgegen, während andere den 100-m-Lauf als Kraftmaschine auf die Bahn trommelten", sagt Rothenbühler. Der Sprint-Typ à la Lewis lebe von der Höchstgeschwindigkeit ab Rennhälfte und nicht von der Beschleunigung am Start.

Der leichtfüssige Highspeed zählt zu den wichtigsten Komponenten eines guten Weitspringers. Gemäss Rothenbühler erreichen auch viele Weitspringer, die im Sprint chancenlos wären, eine hohe Geschwindigkeit. Sie können im Anlauf den Laufrhythmus und die Beschleunigungsphase selber bestimmen. Der Sprinter hingegen lebt auch vom explosiven Start. Ein Weitspringer wiederum profitiert mehr von der Körpergrösse als ein Sprinter, weil der Körperschwerpunkt höher liegt und er somit von weiter oben abspringt.

Ein Weitspringer, der mit hohem Speed zum Absprung kommt, hat eigentlich schon zwei Drittel der Sprungleistung erbracht. Mit dem eigentlichen Takeoff, so die Faustregel, lässt sich nur noch ein Drittel zur Weite beitragen. Aber dieses letzte Drittel hat es in sich. "Das reaktive Element beim Absprung bringt die höchste Krafteinwirkung auf den Körper eines Leichtathleten", betont Rothenbühler. Die Belastungen im Wettkampf und das entsprechende Training bergen also ein zusätzliches Verletzungsrisiko. Dies mag ein Grund sein, wieso sich ein Sprinter das spezifische Weitsprung-Training nicht antun will.

Lewis war als gelernter Weitspringer ein Ästhet, der auch auf der Bahn brillierte. Von seinen neun Olympiasiegen und acht Weltmeistertiteln stammen sechs aus dem Weitsprung und "nur" deren fünf aus dem 100-m-Lauf. Und Lewis überzeugte durch Konstanz. Ab der Sommersaison 1981 blieb er im Weitsprung während zehn Jahren in 65 Wettkämpfen ungeschlagen. Erst beim legendären Duell gegen Mike Powell während der WM 1991 in Tokio musste Lewis wieder eine Niederlage einstecken - dort wurde er mit 8,91 m (RW 2,9 m/s) Zweiter! Der Weltrekordhalter Powell (8,95 m) steht übrigens mit einer 100-m-Bestzeit von 10,43 Sekunden zu Buch.

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