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Lufthansa-Warnstreik an fünf deutschen Flughäfen angelaufen

Für Flugreisen sind nicht nur Piloten und Kabinenpersonal nötig. Am Boden kümmern sich Tausende Mitarbeiter um Passagiere und Maschinen. Legen sie die Arbeit nieder, geht fast nichts mehr - wie jetzt bei der Lufthansa.

Im Tarifstreit mit der Lufthansa ist das Bodenpersonal des Unternehmens am Mittwochmorgen an fünf deutschen Flughäfen in den Warnstreik getreten. Nach Angaben der Fluggesellschaft müssen voraussichtlich mehr als 100’000 Passagiere ihre Reisepläne ändern. Ein Verdi-Sprecher sagte in Frankfurt, die Streikbereitschaft sei überaus hoch. Die Gewerkschaft gehe davon aus, dass die Lufthansa auch das stark gekürzte Flugprogramm voraussichtlich nicht durchführen könne wie geplant.

Betroffen sind bis Donnerstagmorgen die Drehkreuze Frankfurt und München sowie Berlin, Düsseldorf und Hamburg:

In Frankfurt waren bereits zuvor 80 bis 90 Prozent der rund 600 geplanten Starts und Landungen der Lufthansa-Kernmarke sowie des konzerneigenen Zubringers Air Dolomiti abgesagt worden.

In München fällt mehr als die Hälfte aller Flüge aus. Von normalerweise rund 730 Flugbewegungen aller Gesellschaften sind gut 400 Starts und Landungen betroffen. Dabei handelt es sich laut Flughafen nahezu ausschliesslich um Flüge der Lufthansa und ihrer Partner. Am Hauptstadtflughafen BER entfallen alle abgehenden und ankommenden Lufthansa-Flüge. Insgesamt handelt es sich um 46 Flugbewegungen. In Düsseldorf fallen 14 der 15 geplanten Lufthansa-Verbindungen nach München und Frankfurt aus. Bei den Ankünften sind es laut Flughafen 13 von 14 Flügen. Andere Gesellschaften müssen allenfalls mit Verzögerungen rechnen, weil auch das Personal streikt, das Flugzeuge mit Spezialfahrzeugen vom Terminal zu den Rollwegen schleppt.

In Hamburg fallen die 23 geplanten Lufthansa-Abflüge aus, wie aus dem Online-Flugplan des Flughafens hervorgeht. Dabei handelt es sich um zwölf Flüge nach München und elf nach Frankfurt. Im Gegenzug fallen auch die Ankünfte mit Start an diesen beiden Drehkreuzen aus.

Bei ausfallenden innerdeutschen Flügen können Kunden mit ihrem Ticket auf die Bahn ausweichen. Auf keinen Fall sollten Passagiere abgesagter Flüge zum Flughafen kommen, warnte die Lufthansa. Dort könnten sie keine Hilfe erwarten. «Aufgrund des Streiks sind die Umbuchungsschalter leider nicht besetzt», stand auf der Webseite. Kostenlose Umbuchungsmöglichkeiten stünden über lufthansa.com, die Kunden-App und über das Service-Center zur Verfügung.

Die grösste deutsche Fluggesellschaft hat für Mittwoch vorsorglich zwischen 80 und 90 Prozent ihrer insgesamt 1000 geplanten Flüge abgesagt. Die wichtige Konzerntochter Eurowings, die viele Verbindungen abseits der beiden Drehkreuze anbietet, ist nach eigenen Angaben nicht betroffen.

Im Tarifkonflikt fordert Verdi 12,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro monatlich bei einer Laufzeit von einem Jahr. Ausserdem soll es eine konzernweite Inflationsprämie von 3000 Euro geben. Die Lufthansa verweist auf zurückliegende Lohnsteigerungen und hat für einen Zeitraum von drei Jahren 13 Prozent mehr Geld sowie eine Inflationsprämie angeboten. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Montag geplant. (dpa)