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Die Jungschi Brittnau feiert vier Jahrzehnte Lagerfeuer, Knoten und Gemeinschaft 

Vom Bunkerraum im Kirchgemeindehaus bis zu Waldlagern mit Mutproben: Seit vier Jahrzehnten bietet die Jungschar Brittnau Kindern Erlebnisse, die verbinden. Am Wochenende feiert die Jungschi ihr Jubiläum.

Mirta Bachmann führt ins Untergeschoss des reformierten Kirchgemeindehauses in Brittnau. Malereien, Fotos und Fahnen zieren die Wände des Raumes – auch «Schoggiruum» genannt – der einst als Bunker angedacht war. Hier hat die Jungschar Brittnau ihr Hauptquartier.

Die 18-jährige Mirta Bachmann ist seit etwa 12 Jahren mit dabei. Gemeinsam mit Selma Bärtschi teilt sie sich den Posten der Abteilungsleiterin. «Ab 14 wird man in der Jungschi automatisch zum Hilfsleiter, danach kann man Leiter werden», erklärt sie. Unterstützung erhalten die beiden jungen Frauen von zehn weiteren Hilfsleitenden und Leitenden.

Die Jungschi sei in ihrem Leben schon von klein auf präsent gewesen – und das nicht nur, weil auch all ihre Geschwister Mitglieder waren. Dank ihrem Vater Beat Bachmann existiert in Brittnau überhaupt eine Jungschar. Gemeinsam mit Barbara Aregger hat er sie vor 40 Jahren gegründet. «Damals war die Kirche in Brittnau auf der Suche nach Personen, die eine Jungschar auf die Beine stellen könnten», erzählt Mirta Bachmann. Zu der Zeit seien in der Region nämlich so einige Jugendverbände aufgekommen.

Mirta Bachmann hat das Jungschi-Büchlein ihres Vaters mitgenommen, auch dieses ist mindestens vier Jahrzehnte alt. Darin sind viele nützliche Tipps enthalten, vor allem solche, die man draussen in der Natur gebrauchen kann. Ein Kapitel informiert zudem über Notfallsituationen und wie man dabei Erste Hilfe leisten kann. Solche Büchlein gäbe es in gewissen Jungschis immer noch, so Mirta Bachmann.

Das Jungschar-Büchlein von Mirta Bachmanns Vater.
Bild: Gemma Chillà

Was an speziellen Anlässen oder in Lagern auch immer noch präsent ist, ist das typische blaue Jungschi-Hemd. Die 18-jährige Studentin hat es zum Treffen mit dem ZT angezogen. Zahlreiche Anhänger baumeln am Hemd, jeder ist mit einer Erinnerung verbunden. Mirta Bachmann präsentiert die Rückseite, die mit lauter Unterschriften von Jungschi-Kolleginnen und Kollegen verziert ist. Die meisten haben mit ihrem Jungschi-Namen unterschrieben. Jedes Mitglied erhält einen. «Die Kinder bei uns erhalten ihren Spitznamen jeweils im Herbstlager, zuerst müssen sie aber eine kleine Mutprobe abschliessen», erzählt die Abteilungsleiterin. «Damals musste ich einen Schokokuss mit Senf essen», erinnert sie sich. Von den damaligen Leitenden erhielt sie den Namen Solsinka, was so viel wie Sonnenschein bedeutet. «Die Spitznamen deuten immer ein wenig auf den Charakter des Jungschimitglieds hin.»

Mitgliederzahlen sind gesunken, Nachfrage ist aber immer noch da

Von den Erzählungen ihres Vaters weiss Mirta Bachmann, dass die Jungschar in Brittnau in den Anfangsjahren viele Mitglieder verzeichnen konnte. Ab den 2000ern sei die Nachfrage bei vielen Jugendverbänden gesunken. «Das Bedürfnis ist jedoch immer noch da, es ist einfach nicht mehr so gross», stellt die Brittnauerin fest und fügt an: «Ich glaube, das liegt unter anderem daran, dass das Freizeitangebot heutzutage viel grösser geworden ist.» Im vergangenen Jahr sei die Anzahl Kinder besonders tief gewesen, erinnert sich Mirta Bachmann.

Mittlerweile sind 17 Kinder im Alter zwischen sechs und dreizehn Jahren in der Jungschar in Brittnau. Jeweils zweimal im Monat treffen sich die Jungschar-Mitglieder gemeinsam mit den Leitern. Das Programm an diesen Nachmittagen findet meistens draussen statt. «Wir sind viel im Wald und üben zum Beispiel, wie man Knoten knüpft, erleben die Natur und spielen viel», sagt Mirta Bachmann.

Für die Leiterin sind vor allem die Lager im Herbst und an Pfingsten immer wieder ein Highlight, daran habe sie auch als Kind immer Freude gehabt. Dabei stellt sie die Gemeinschaft in den Fokus. «Die Jungschar stärkt die Sozialfähigkeiten der Kinder sehr.» Handys versucht man in der Jungschi so gut es geht wegzulegen.

So steht dieses Wochenende für die Jungschi Brittnau ihr 40-jähriges Jubiläum an. Gefeiert wird dieses am 30. August beim Kirchgemeindehaus in Brittnau. Los geht es zwischen 14 und 15 Uhr mit einem generationenübergreifenden Jungschiprogramm – mit oder ohne Jungschi-Erfahrung. Ab 18 Uhr gibt es dann exklusiv für ehemalige Jungschi-Mitglieder ein Rahmenprogramm auf dem Waldfestplatz.

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