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Keine Angst vor Bienenschwärmen: Das müssen Sie tun, wenn Sie einen sehen

Im Frühling sind Tausende Bienen in Schwärmen unterwegs. Normalerweise sind sie nicht aggressiv. Das kann sich aber ändern, wenn sie krank oder hungrig sind. Der Lehrbienenstand Freiamt in Mühlau gibt Tipps, was man tun soll, wenn man eine Bienentraube sieht.

Jetzt, im Frühling, sind wieder Tausende Bienen in Schwärmen unterwegs. Oft sieht man sie in so genannten Trauben an Bäumen, Sträuchern oder Gartenzäunen hängen. «Bienen wollen sich vermehren, und die Völkerteilung ist ein natürlicher Vorgang, der sich über Jahrhunderte bewährt hat», erklärt Bruno Heggli vom Lehrbienenstand Freiamt in Mühlau. «Die starken Bienen können mithalten, die anderen bleiben zurück.»

Damit die Königin, die im Bienenstock ausschliesslich für das Eierlegen zuständig ist, flugtauglich wird, wird sie drei bis vier Tage vor dem Ausschwärmen von den Arbeiterinnen im Stock vorbereitet. Das bedeutet, dass sie das Eierlegen einstellt und durch den Bienenstock gejagt wird, damit sie rund 20 Prozent ihres Gewichtes verliert. Je besser die Königin fliegen kann, desto höher oben sammelt sich der Schwarm.

Abstand halten und Imker benachrichtigen

«Der Bienenschwarm ist normalerweise sehr friedlich, die Bienen sind ruhig und nicht stechfreudig», hält Heggli fest. «Dies, weil sie ihren Vorrat mit auf den Weg nehmen und kein Nest zu verteidigen haben.» Stechlustig seien hingegen Bienenschwärme, die krank oder hungrig sind. «Deshalb ist trotzdem bei jedem Bienenschwarm Vorsicht geboten.»

Der Schwarmfänger des Lehrbienenstandes Freiamt hat diesen Schwarm in einer Kiste eingefangen.
Bild: zvg/Lehrbienenstand Freiamt

Was soll man denn nun tun, wenn man einen sieht? «Man hält besser Abstand zu einer Bienentraube, denn Bienenstiche sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen», rät der Experte. Danach kontaktiere man am besten den Imker aus der Nachbarschaft. «Die Adresse steht meistens auf dem Honigglas auf dem Frühstückstisch», sagt Heggli lachend. Weitere Telefonnummern von Schwarmfängern in der Region gibt’s auf den Websiteswww.lehrbienenstand-freiamt.chundwww.bienen-ag.ch.

Imker Bruno Heggli vom Lehrbienenstand in Mühlau gibt am Freiämter Bienentag Auskunft über sämtliche Bienenthemen.
Bild: Andrea Weibel (28. 8. 2021)

Dies sei aber nicht nur für die menschliche Sicherheit wichtig, betont Heggli. «Bienenschwärme, die nicht eingefangen werden, überleben nur ganz selten. In der Natur finden die Bienen zu wenig Nahrung, damit sie die kalten Tage und den Winter überleben.» Ihm ist wichtig: «Bienen sind sehr wertvolle und nützliche Insekten, die dafür sorgen, dass die Artenvielfalt von Pflanzen erhalten bleibt.» Mit ihrem unermüdlichen Flug von Blüte zu Blüte sind sie auch «in grossem Masse dafür zuständig, dass unsere Obst- und Pflanzenkulturen reiche Früchte tragen».

Wer mehr wissen möchte, kann sich vom 7. bis 9. Juni an den Freiämter Bienentagen beim Lehrbienenstand Freiamt über Bienen, Wildbienen, bienenfreundliche Pflanzen und mehr informieren.