Corona-Panik und Begrenzungsinitiative

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Einmal mehr beweist uns eine ansteckende Krankheit, dass Viren und Bakterien die eigentlichen Gewinnerinnen der Globalisierung sind. Die pharmazeutische Forschung befindet sich mit ihnen in einem regelrechten Wettrüsten. Gilt eine Krankheit als besiegt, trifft eine nächste Geissel die Menschheit. Corona steht für eine in ihrem Ausmass noch nicht fassbare Bedrohung. Der Sars-CoV-2-Virus droht das öffentliche Leben vieler Staaten lahmzulegen und aus dem Jahr 2020 eines der schwärzesten Jahre in der Geschichte der Weltwirtschaft zu machen.

Letzteres hat vor allem mit Panik zu tun. Die ist Gift für die Weltkonjunktur und die Aktienmärkte. Mit ihr beginnt ein Teufelskreis. Für Drittweltstaaten wird es so noch schwieriger, ein Gesundheitswesen zu finanzieren, das Viren und Bakterien zu trotzen vermag.

Ein emeritierter Professor für Infektiologie hat kürzlich diese Verknüpfung nicht sehen wollen – ihm tun die Verliererinnen und Verlierer an der Börse nicht leid. Das Wort Spekulanten nahm er zwar nicht in den Mund – aber es schwebte zwischen den Zeilen. Was er ausgeblendet hat, ist, dass er, Sie und ich von gute Börsenkursen abhängig sind. Die Kapitalien für unsere BVG-Renten sind zu schönen Teilen in Aktien, aber auch in Immobilien investiert. Letztere gelten in Zeiten einer Minuszinspolitik als sicherer Hafen – mit der Folge hoher Immobilienpreise. In deren Sog können die Mieten trotz tiefster Hypothekarzinsen nicht sinken.

Was hat diese Situation und das Corona-Virus mit der «Begrenzungsinitiative» der SVP zu tun, über die wie wir am 17. Mai abstimmen? Der Abstimmungskampf, die Meinungsbildung fällt in eine Zeit der Verunsicherung und Corona-Panik. Fatal daran ist, dass die Meinungsbildung heute nicht mehr in den Spalten der Zeitungen und am Stammtisch stattfindet. Diskutiert und analysiert wird in den Sozialen Medien – in welchen krude Thesen zur Wahrheit erklärt werden und Aussagen wie «weniger Ausländer, tiefere Mieten» Beifall ernten.

Ohne offene Grenzen, ohne Zugang zum EU-Markt, wären wir eine Insel und kaum mit Corona infiziert? Ersteres stimmt – unsere Wirtschaft wäre von der EU abgenabelt – das Zweite ist insofern schon Humbug, weil wir Schweizerinnen und Schweizer nicht bereit sind, unsere Ferien auf der eigenen «Insel» zu verbringen – möglichst exotische Destinationen sind angesagt.

Rund zwei von fünf Franken der Schweizer Wertschöpfung stammen aus dem Ausland. Stimmen wir ja zur Begrenzungsinitiative, schneiden wir weiten Teilen unserer Wirtschaft den Sauerstoffschlauch ab – ausgerechnet in einem Jahr, in dem bereits ein Virus das Atmen schwierig macht.

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