32-Stunden-Woche und Flugverbot: So will die Klimajugend die Schweiz revolutionieren

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Die Klimajugend will gerade auch während der Coronapandemie Gehör finden. © Keystone

In einem am Montag den Medien vorgestellten «Krisenaktionsplan» präsentiert die Bewegung Klimastreik eine Strategie, wie die Schweiz ihren Ausstoss an Treibhausgasen bereits bis in zehn Jahren auf Null herunterfahren könne. Dabei verweisen die Klimastreikenden auf die aktuelle Coronakrise: Diese habe aufgezeigt, dass die Politik frühzeitig auf die Wissenschaft hören und handeln müsse. Das gelte auch für die sich verschärfende Klimakrise.

Was der Bewegung Klimastreik vorschwebt, ist nichts weniger als ein Totalumbau der Schweizer Wirtschaft. Für die Klimajugend ist klar: «Weiter wie bisher ist keine Option mehr», schreiben die Aktivistinnen und Aktivisten in einer Mitteilung zu dem im Verlauf des letzten Jahres von Experten und Jugendlichen erarbeiteten «Krisenaktionsplan». Ein «Zurück zur Normalität» könne es nicht geben: «Jetzt ist der richtige Moment, den sozialen und ökologischen Wandel einzuleiten», hält die Bewegung Klimastreik Schweiz fest.

Konkret fordert die Klimajugend in ihrem «Krisenaktionsplan»: Wirtschaftszweige, die der Umwelt schaden, müssen verschwinden. Der Staat solle im Gegenzug mit Umschulungen, Investitionen und einer Reduktion der Arbeitszeit dafür sorgen, dass alle Beschäftigten eine neue Arbeit finden. So fordert die Bewegung etwa die sofortige Einführung der 32-Stunden-Woche und ein «Amt für grüne Arbeit». Zusammen mit den regionalen Arbeitsvermittlungszentren solle dieses die sozialen Konsequenzen abfedern, die der Übergang zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaft hätte.

Wer nicht neutral produziert, wird nicht Unterstützung

Massive Eingriffe wollen die Klimaaktivisten auch beim Verkehr: Transport- und Passagierflüge innerhalb Europas sollen kurzerhand verboten, die Autobahnen für den öffentlichen Fernverkehr reserviert, die Städte autofrei werden. Umgestellt werden soll auch die Nahrungsmittelproduktion: Die Strategie sieht ein Ende der Massentierhaltung und eine Versorgung mit nachhaltig produzierten, regionalen Agrarprodukten vor. Ausserdem soll eine Solarpflicht gelten: Innerhalb der nächsten zehn Jahre müsste demnach «jedes geeignete Hausdach» mit Photovoltaik ausgerüstet werden.

Der «Wiederaufbau der Wirtschaft» nach der Coronakrise müsse im Rahmen dieser Strategie geschehen, fordern die Autoren des Manifests. Unternehmen, die sich nicht verpflichten, bis 2030 klimaneutral zu produzieren, dürften laut dem «Krisenaktionsplan» nicht mehr unterstützt werden. Es brauche ein Investitionsprogramm, das zukunftsfähig und auf eine widerstandsfähigere Gesellschaft hin ausgerichtet sei.

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