Weil Roger Köppel gegen Greta Thunberg hetze: Klimajugend will nicht in die «Arena»

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Wollen nicht mit Roger Köppel sprechen: Klimajugend auf dem Bundesplatz. © Peter Klaunzer / EPA

Am Freitagabend diskutieren die Gäste der SRF-Arena über die Besetzung des Bundesplatzes durch Klimaschützer. Der Titel der Sendung lautet: «Heiligt der grüne Zweck die Mittel?». Als Gast hat Sandro Brotz Hanna Fischer eingeladen, die Sprecherin des Bündnis "Rise up for Change", das von Montag bis Mittwoch den Bundesplatz besetzt hatte.

Als weitere Gäste wurde der Grünenpräsident Balthasar Glättli und FDP-Nationalrat Beat Walti eingeladen. Ein Einladung ging auch an SVP-Nationalrat und Weltwoche-Verleger Roger Köppel.

Vorwurf Hetze an Roger Köppel

Nun schreibt Klimastreik Schweiz auf Twitter, dass "Rise up for Change" doch nicht in die Arena komme. Das Kommunikationsteam habe einstimmig beschlossen, die Einladung von SRF-Arena nicht anzunehmen, «wenn Klimaleugner Roger Köppel ebenfalls eingeladen ist.» Nach mehreren Gesprächen mit dem Arena-Team habe man die Einladung abgelehnt.

Begründet wird die Ablehnung der Einladung damit, dass Roger Köppel und seine Zeitung «Weltwoche» «massivst gegen Klimastreikende, insbesondere Greta Thunberg hetze. «Rise up for Change» schreibt: «Wir wurden schon als Kindersoldaten bezeichnet und mit den Kinderkreuzzügen verglichen.»

Zudem leugne oder relativiere Köppel «je nach Situation» die Existenz des menschengemachten Klimawandels. Dieser wissenschaftliche Konsens dürfe aber nicht zur Debatte stehen.

Das Bündnis aus verschiedenen Umweltorganisationen schreibt zudem: «Rise Up for Change spricht sehr gerne auch mit Menschen, welche unterschiedliche Ansichten haben. Diese müssen aber klar auf einer wissenschaftlichen Basis stattfinden.»

Wenn dies nicht gegeben sei, sehe das Bündnis ein Gespräch als nicht fördernd für die Lösung der Klimakrise und des öffentlichen Diskurses an.

Sandro Brotz bedauert auf Twitter die Absage: «Bedauerlich, dass Rise Up for Change die Zusage zur Einladung zurückzieht. Die Beteiligung von Roger Köppel war ihnen bekannt.»

Brotz schrieb weiter, die SRF-Arena stehe zur offenen Debatte, die aber durch Gesprächsverweigerung nicht gefördert werde. Die Arena werde selbstverständlich stattfinden.

Update: Auch Roger Köppel äusserte sich mittlerweile zur Absage der Klimajugend. Er bezeichnet die Bundesplatzbesetzer als «Klima-Rechtsbrecher», die nun «abschleichen» würden. Köppel weiter: «Sie wollen sich keiner ernsthaften Diskussion stellen. Sie dulden keinen Widerspruch. Diktatur des Guten? Nein, danke!»

Update II: Mittlerweile hat SRF offenbar Ersatz gefunden. Auf Twitter schreibt die Juso-Chefin Ronja Jansen, sie habe sich für eine Teilnahme an der Diskussionssendung entschieden. Sie schreibt: «Mit Klimaleugner-Köppel fehlt die gemeinsame Diskussionsbasis um vorwärts zu kommen. Trotzdem habe ich mich für eine Teilnahme entschieden, weil wir solchen gefährlichen Menschen Paroli bieten müssen.»

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Ein gesunder Klimaaktivismus?

Nikos Traianou
schrieb am 24.09.2020 23:09
Die sog. "Klimafrage" wird kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite wirft man der Klimajugend eine sog. Klimahysterie vor, auf der anderen Seite spricht man von einem gesunden Klima-aktivismus. Die Besetzung des Bundesplatzes war aber - unabhängig von den berechtigten Anliegen - meiner Meinung nach zumindest problematisch, weil diese während einer laufenden Session des Bundesparlaments stattfand.

Show und Emotionen

Mägge
schrieb am 24.09.2020 20:51
Dem SRF geht es doch gar nicht um eine fundierte Diskussion, sondern um eine Show, wo am liebsten die Fetzen fliegen. Deshalb verstehen ich die Klimajugend. Köppel ist ein Provakateur erster Klasse und glaubt nicht selbst, was er sagt. Zuerst links beim Tagi, jetzt rechts aussen. Völlig unglaubwürdig.
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