Widerstand gegen die erste 5G-Antenne in Richenthal

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«Strahlungsarme Zone» oder ein elendes «Funkloch»? Über 5G gehen die Meinungen im Reider Ortsteil Richenthal auseinander. Bild: Marc Benedetti

Die Swisscom will im Areal der Hubgarage in Richenthal die erste 5G-Antenne nach neustem Standard auf Reider Gemeindegebiet erstellen. Das Telekommunikationsunternehmen möchte damit die Versorgung verbessern und die Kapazität erhöhen (ZT vom 10. September).

Das Baugesuch der Swisscom lag während 20 Tagen bei der Gemeindeverwaltung Reiden öffentlich auf. Am Montag ist die Auflagefrist abgelaufen. Laut uns vorliegenden Informationen sind mindestens zwei Einsprachen aus der Umgebung des Antennenstandorts eingereicht worden. Von Gemeindeseite wollte dies mit Hinweis auf das laufende Verfahren niemand bestätigen. Einspracheberechtigt sind Personen, die in einem Perimeter von einem Kilometer rund um die Antenne wohnen. 

80 bis 90 Unterschriften Einsprache beigelegt 

Besonders in der Nachbarschaft und nahegelegenen Wohnquartieren regt sich Widerstand. Ein Anwohner, der nicht namentlich in der Zeitung genannt werden will, sagt: «Gerade Familien mit Kindern, die neu zuzogen, sind skeptisch.» Es wurden ausserdem 80 bis 90 Unterschriften von Personen gesammelt, welche 5G und den Standort in Frage stellen, und als Beilage einer Einsprache eingereicht. 

Der Anwohner sagt, er habe aus Solidarität unterschrieben. «Aus zwei Gründen bin ich skeptisch. Erstens kennt man die gesundheitlichen Auswirkungen von 5G noch gar nicht. Es ist zudem unklar, wie die Einhaltung der geltenden Grenzwerte für nichtionisierende Strahlung künftig überprüft werden soll. Ausserdem stört es mich, dass man uns in einer bisher strahlungsärmeren Zone jetzt eine solche Antenne vor die Nase pflanzen will.» Der Richenthaler findet ausserdem, die Swisscom oder die Gemeinde Reiden hätten über das Projekt informieren können – wie in anderen Gemeinden. Dass das Dorf schlechten Empfang hat, stört ihn hingegen nicht. Das WLAN funktioniere in Richenthal. «Man kann auch mit einem Fixnetzanschluss telefonieren.» Es gibt aber auch Befürworter der Antenne. Der Gemeinderat Reiden begrüsst den besseren Empfang (wir berichteten). Sein Unternehmen sei froh um diesen Fortschritt, sagt auch Hans Giger, Inhaber der Hubgarage. «Ich brauche oft SMS-Codes für neue Autos. Wir müssen heute jedes Mal nach Langnau hinunterfahren, wo wir Empfang haben. Das ist ein ökologischer Blödsinn.» Die Garage erhält eine Platzmiete für die Antenne. «Deshalb haben wir den Standort aber nicht zur Verfügung gestellt», sagt Giger. Wenn er die Stunden berechne, die er wegen des mangelnden Empfangs herumfahren müsse, sei das nichts. 

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Widerstand gegen die erste 5G Antenne in Richenthal

Rosemarie Feucht-Rüetschi
schrieb am 08.10.2020 12:28
Es ist inzwischen wohlbekannt geworden , dass nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern auch diejenige der Tiere leidet. Beispielsweise hat mir ein Milchkuhbauer kürzlich gesagt: Ja, seit dieses Zeug (gemeint sind die schädlichen Strahlen) da ist, können die Kühe die Milch nicht mehr richtig heruntergeben. Auch die Imker wissen von den tragischen Auswirkungen der elektronischen Strahlen: die Bienen werden durch sie in ihrem Orientierungsvermögen verwirrt und finden schlimmstenfalls den Heimweg nicht mehr( sogenanntes Verfliegen). Deshalb freut es mich, dass die Richenthaler sich zur Wehr setzen. Ich hoffe auch, dass sie von den Behörden, die zu entscheiden haben, ernst genommen werden. Denn diese sind ja bekanntlich für das Wohl der Gemeindemitglieder mitverantwortlich. Ich kann mir deshalb nicht vorstellen, dass die Behörde einer Antenne mit nachweisbar schädigenden Wirkungen zustimmen könnte.(siehe auch Gigahertz.ch).

Strahlungsfreie Naturräume in Zukunft gesucht!

Ruth Zummach
schrieb am 07.10.2020 14:35
Die Swisscom selbst hat bei der Patentanmeldung für wLan geschrieben, dass diese Strahlen höchstwahrscheinlich krebserregend sind. Inzwischen weiss man, dass sie Jungs unfruchtbar machen.Ich traue den Grenzwerten überhaupt nicht mehr, seit ich weiss, dass diese von dem privaten Verein ICNIRP stammen, dessen Köpfe vermehrt der Telekomfirmen angehören und sie eine halbe Stunde lang an einer Leiche getestet haben, wie lange es geht, bis die Haut sich um ein Grad erwärmte! Das ist alles andere als wissenschaftlich.
Wissenschaftlich hingegen arbeiteten die Franzosen. Ihnen gelang es, die Frequenzen adaptiver Antennen zu messen und es sind alarmierend hohe Zahlen. ( Bericht auf gigaherz.ch) Wenn selbst das "schwache" wLan krebserregend ist, wie wirken sich dann erst diese hohen Frequezen auf uns aus? Dazu gibt es namhafte Studien, die alles andere als unbedenklich klingen.
Ich möchte mit meinem Hund spazieren gehen können, ohne Kopfweh zu kriegen in dieser schönen Gegend. Wir sind keine Versuchskaninchen einer unversicherten Privatfirma namens Telekom.

Klare Unklarheiten!

Daniel Barrer
schrieb am 06.10.2020 21:04
Vieles ist für die Bevölkerung, zum Teil auch für die zuständigen Bauverwaltungsbehörden, unklar. Klar ist hingegen, dass die Mobilfunkindustrie und deren Geldgeber um jeden Preis so schnell und möglichst am Grenzwertlimit die jeweilige Mobilfunkgeneration ausbauen wollen, so auch 5G. Mit den verwendeten Begriffen wird die Bevölkerung zu beruhigen versucht, zB. "Mobilfunk-Antenne": Jöh, eine einzige Antenne, die muss doch echt harmlos sein! Tatsache jedoch ist, dass das eigentliche 5G-Netz nur mit adaptiven Antennen "5G" genannt werden dürfte. Es darf nicht mit den für 2G, 3G und 4G eingesetzten Antennen gleich gestellt werden! Denn pro 120°-Sektor strahlt eine 5G-Batterie nicht mit einer riesigen Strahlenkeule, sondern mit 8x8 oder 9x9 Strahlen. Die Bezeichnung Mobilfunk-Antennenanlage wäre also ehrlicher. Diese Strahlen, die chaotisch gepulst mit bisher unbekannten Flankensteilheiten im Millisekunden-Takt horizontal wie vertikal herumtanzen, werden dabei sicherlich die Grenzwerte übertreten, wie erste Tests gezeigt haben. Das Bakom und die Mobilfunkanbieterinnen werfen dennoch weiterhin diese 5G-Sender in die gleiche Schale wie die "frisierten" 3G- und 4G-Sender, die den Anwendern als "5G" zum entsprechenden Abopreis angeboten werden, klar doch. Trotzdem heisst die 5. Mobilfunkgeneration "New Radio", zu deutsch "Neue Strahlung". Fragwürdig ist auch die Meinung, man könne diese künstliche, da technische, gepulste Strahlung mit der natürlichen, gleichmässigen Strahlung der Sonne vergleichen.
In den Mobilfunk-kritischen Kreisen herrscht Klarheit, dass die Grenzwertsituation unbefriedigend ist: Schon bei den bisherigen 2G-, 3G- und 4G-Netzen sind diese nicht eingehalten und ungenügend kontrolliert worden. Dies rügt ein Bundesgerichtsurteil. Dennoch wird mit Vollgas weiter ausgebaut, obwohl es immer noch keine verlässliche Messmöglichkeiten vor Ort gibt, ausgenommen im Labor. Braucht es deswegen Strenge oder Lockerung?
Zur nervigen Problematik des ungenügenden Empfangs: Wie man "Mobile Geräte ohne WLAN und Mobilfunk betreiben" kann, kann Herr Giger wie auch diejenigen, die zu Hause die selber verursachte Mobilfunkstrahlung reduzieren wollen, unter Schutz-vor-Strahlung.ch erfahren. Der Vorteil dabei für Herrn Giger: Innert weniger Tage würde dies funktionieren. Vielleicht würde er dann sogar auf die Platzmiete verzichten, die er ab Datum der Baubewilligung erhalten würde, und aus dem Mietvertrag aussteigen. Bis die Mobilfunk-Antennenanlage in Betrieb geht, wenn überhaupt, werden noch einige Monate durch den Reidener Dorfteil ziehen.
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