"Eingefangen und ausgestellt" - Kunst im Knast

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Das ehemalige Gefängnis von Willisau ist 2011 geschlossen worden. Es soll einer Überbauung weichen.
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Das ehemalige Bezirksgefängnis ist 2011 geschlossen worden.
Die Zellen sind teilweise nur 10 Quadratmeter gross.
Eine der Kunstinstallationen in einer Zelle.
Romano Zaugg
Franz Steinmann
QueenKong und Pollo7 (Dachterrasse)
QueenKong und Pollo7 (Dachterrasse)
Andrina Keller
Andrina Keller

An der Vorstadt 9 in Willisau liegt das Polizeigebäude mit dem rückwärtig angebauten ehemaligen Gefängnis. Bis 2010 wurden dort Häftlinge des Grosshofs in Kriens vorübergehend untergebracht, weil dieses überbelegt war. 2011 hatte der Knast von Willisau ausgedient. Im April 2010 waren drei Häftlinge noch spektakulär ausgebrochen. Der Kanton Luzern hat das leerstehende Gebäude nun an die ortsansässigen Bauunternehmen Stutz Bau AG und Emil Peyer AG verkauft. Während das stattliche Amtshaus (Polizeigebäude) unter Denkmalschutz steht, dürfte das dahinterliegende Gefängnis in naher Zukunft abgerissen werden und einer Gesamtüberbauung weichen.

Zwischennutzung  der Gefängnisräume

«ArtWillisau» nimmt die einmalige Gelegenheit wahr und organisiert im Sinne einer Zwischennutzung vom 15. Oktober bis 8. November eine Ausstellung in den ehemaligen Gefängnisräumen. «Wir sind seit zwei Jahren am Planen dieses Projekts», sagt die Präsidentin von ArtWillisau, Romy Lipp, auf Anfrage. Ziel sei es, einen Blick hinter die Kulissen eines Gefängnisses zu gewähren und den zwiespältigen «genius loci» des Ortes – das Gefangensein an sich – zu thematisieren. Hierfür lädt die ebenfalls am Projekt beteiligte «Aktion Kultur Willisau» (AKW) parallel zur Ausstellung jeden Samstag um 15 Uhr Experten und Expertinnen aus dem Strafvollzug zum Gespräch ein.

Im Gebäude befinden sich fünf Einzelzellen im ersten und fünf Doppelzellen im zweiten Geschoss. Die oft nur zehn Meter grossen Zellen werden von Kunstschaffenden bespielt. ​Zwei Aufenthaltsräume und eine Dachterrasse bieten weitere Interventions- und Gestaltungsmöglichkeiten. «Wir organisieren einen interaktiven Durchgang durch die Ausstellung», erklärt Romy Lipp. Die Besucher erhalten einen Stift und können an jedem Ort ihre Kommentare in Büchlein schreiben. Für eine Beteiligung an diesem einzigartigen Projekt wurden bekannte Künstler wie auch junge aufstrebende Kunstschaffende aus der Region eingeladen. Es sind Mirko Baselgia, Angela Erni, Lutz&Guggisberg, Samuel Herzog, Flavio Hodel, Moritz Hossli, Andrina Keller, Pollo7, Queenkong, Marco Russo, Franz Steinmann, Timo Ullmann und Romano Zaugg.

Die Vernissage findet am Donnerstag 15. Oktober statt (17 bis 21 Uhr; als Covid19-Schutzmassnahme nur gestaffelter Zutritt und Maskenpflicht im Gebäude). Ausstellungsdauer: 16. Oktober bis 8. November. Öffnungszeiten: Freitag 17 bis 21 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr und Sonntag 10 bis 16 Uhr. 

 

 

 

Gesprächsreihe mit Experten

Begleitend zur Ausstellung organisiert AKW, eine Gruppe junger Kulturveranstalter, Gespräche mit Experten und Expertinnen aus Gefängnis und Strafvollzug. Die Gespräche finden jeden Samstag um 15 Uhr während der Ausstellungszeit statt. 17. Oktober: Giuliana Affentranger, Sozialarbeiterin im Gefängnis für Straftäter mit psychischer Störung. 24. Oktober: Johann Korner, pensionierter Polizeibeamter. 31. Oktober: Walter Troxler, ehemaliger Chef Strafvollzug beim Bundesamt für Justiz.

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