Lobbystreit um Fleischersatz: Es droht das Aus für die Vegi-Wurst

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Heissen sie statt «Vegi-Wurst» und «Vegi-Schnitzel» bald «Vegi-Stangen» und «Vegi-Platte»? © Westend61

Wann ist eine Wurst eine Wurst? Darüber debattieren diese Woche die 750 EU-Parlamentarier in Brüssel. Es geht darum, ob vegetarische Fleisch-Imitationen wie «Vegi-Burger», «Vegi-Wurst», aber auch Milchalternativen wie «Soja-Milch» oder «veganer Käse» noch als solche beschriftet werden dürfen. Was auf Anhieb wie eine Brüsseler Kuriosität klingt, ist in Wirklichkeit ein erbitterter Lobby-Streit in der Lebensmittelindustrie: Es geht um Marktanteile beim wachsenden Segment der Fleischersatzprodukte und dementsprechend viel Geld.

Auf der einen Seite stehen Vegi-Produzenten flankiert von Nichtregierungsorganisationen und Klimaschützern. Sie argumentieren, ein Verbot von vegetarischen Fleisch-Bezeichnungen würde die Marktentwicklung und damit die EU-Nachhaltigkeitsstrategie gefährden, die eine Produktionssteigerung von pflanzlichen Nahrungsmittel und eine Senkung des Fleischkonsums anstrebt.

Auf der anderen Seite stehen die Fleischproduzenten, die den Konsumenten vor einem Etikettenschwindel und davor schützen wollen, im Supermarkt unbeabsichtigt eine vegetarische Cervelat zu kaufen. Es gehe um eine «ehrliche» Produktebezeichnung, sagen sie.

Ob eine Verwechslung in der Wirklichkeit je geschieht, ist umstritten. «Als Hersteller von klassischen Wurstprodukten und Alternativen kennen wir beide Seiten». Man habe festgestellt, dass keine Verwechslungsgefahr bestehe, so eine Sprecherin des Streichwurst-Produzenten Rügenwalder Mühle gegenüber der «FAZ».

Wie die Abstimmung am Donnerstag ausgehen wird, ist ungewiss. Vergangenes Jahr hat sich der vorberatende Ausschuss klar für eine Abschaffung der tierischen Vegi-Bezeichnungen ausgesprochen. Vegi-Würste müssten dann «Vegi-Stangen» oder ähnliches heissen, Vegi-Burger könnten zu «Vegi-Platten» werden. Seit Grosshersteller wie Nestlé und Unilever zusammen mit etlichen weiteren Firmen und Organisationen auf der Seite der Vegi-Fans eingestiegen sind, hat sich die Dynamik verändert. Beobachter erwarten eine knappe Abstimmung. So oder so: Am Schluss muss sich das EU-Parlament noch mit den EU-Mitgliedsstaaten einigen. Vorgeprescht ist dort bereits Frankreich: Im Juli verabschiedete die Nationalversammlung ein Gesetz, das Vegi-Wurst und Co. definitiv verbieten soll.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Richtig, zuerst informieren!

Fred
schrieb am 21.10.2020 12:19
Würden Sie sich selbst daran halten, wüssten Sie dass es auch andere Eiweissquellen gibt als Würste. Ich wünsche e Guete. Fleisch ist übrigens eine gute Quelle von Antibiotika. Vielleicht hilfts auch gegen Corona?

Zuerst Denken und Informieren und dann kritisieren!

Ueli Bühler
schrieb am 21.10.2020 11:09
Unter dieser Adresse im Internettchen nach zu Lesen meine Damen und Herren!
https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/rindfleisch-102.html
Um die nötige Intelligenz zu entwickeln, die man für das Erfinden von solchen Jagdmethoden, aber auch der dafür notwendigen Waffen und Werkzeuge braucht, ist ein großes Gehirn notwendig. Das entwickelt sich wiederum erst bei einer sehr eiweißreichen Ernährung – also mit viel Fleisch. Es stellt sich deshalb die Frage: Wie konnte der Neandertaler, oder auch wir selbst, der Homo Sapiens, überhaupt klug genug werden, um Waffen und Werkzeuge zu bauen?

Bühlers Theorie

Fred
schrieb am 21.10.2020 10:04
Lieber U.B.
Sie haben hier schon viel Zweifelhaftes geschrieben, um es mal höflich zu formulieren. Der letzte Satz in ihrem neusten wissenschaftlichen Erguss überbietet aber alles Bisherige. Falls der Mensch dank Fleischverzehr zu solchen Denkleistungen fähig ist, verzichte ich doch gerne auf diesen Genuss.

Mit Hirn?

Christian Roth
schrieb am 21.10.2020 09:19
Bekanntlich kommt die Bezeichnung "Cervelat" ja davon, dass darin Hirn verwurstet wurde. Soviel ich weiss, ist das schon lange nicht mehr so. Deshalb dürfte (um der Logik der Fleischlobby zu folgen) die Cervelat ohne Hirn ja auch nicht mehr Cervelat heissen!

Stimmt.

Ueli Bühler
schrieb am 21.10.2020 07:42
Wenn sich jemand entscheidet kein Fleisch mehr Essen zu wollen ist dies eine ganz Persönliche Entscheidung. Wer allerdings diesen Schritt macht und sich Vegane Ernährt sollte nicht ein Fleischersatzprodukt kaufen. Es ist doch ein Widerspruch an sich solche "Ersatzprodukte" mit den Tieren in Verbindung zu bringen. Jeder der auf Fleisch verzichtet tut dies vermutlich darum, weil ihm die Tiere leidtun. Wieso sollte Mann/ Frau Wurst oder Poulet die aus Gemüse oder anderen Ersatzstoffen hergestellt sind Essen wollen. Zudem sind die Zutaten Listen derart lang, dass es Fraglich ist ob das noch gesund sein kann! Fleischesser Essen Fleisch. Veganer Essen Gemüse und Nahrungsergänzungsmittel um die Tierischen Eiweisse und sonstigen zutaten im Fleisch auszugleichen. Und nur nebenbei sei erwähnt: " Das Fleischessen hat die Gehirne der Menschen, laut Forschern erst dazu geführt, dass es uns die Möglichkeit gegeben hat als der Mensch mit dieser Hirnkapazität als die den Tieren überlegene Rasse auf zu steigen.
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