Ernst Kunz zeigt die Ewigkeit – flüchtig erhascht im Augenblick

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Ernst Kunz präsentierte dem Publikum eine Meditation über das Werden und Vergehen in betörenden Bildern. Bild: mif

Über Jahre hat der aus der Region Zofingen stammende Ernst Kunz den Lauf der Jahreszeiten in oft betörenden Bildern festgehalten. Als Kulturplatzspecial präsentiert er dem Publikum in der evangelisch-methodistischen Johanneskirche in Strengelbach zum 1. Advent einen sorgfältig ausbalancierten, besinnlichen Diavortrag. Die Bild- und Klangmediation, untermalt von der Musik des Zofinger Komponisten David Plüss, legt Zeugnis ab von einem Menschen, der Inspiration und Kraft im Lauf der Natur sucht und auch findet. Und zudem über ein Sensorium und die Ernsthaftigkeit verfügt, das Publikum mit auf eine kontemplative Reise zu nehmen. Die 70-minütige Meditation über das Werden und Vergehen, die Selbstreflexion über Hoffnung, Erfüllung und die eigene Wahrnehmungsfähigkeit berührt. Ernst Kunz hat die Texte selber verfasst. Sie laufen mit der Musik abgestimmt, von einem Sprecher gelesen, auf der Tonspur mit. 

Den Anfang macht der Winter, die Silvesternacht. «Welches Boot wirst du besteigen?», fragt der Sprecher an den Gestaden von Seen und Flüssen. Wird man sich eher treiben lassen, wird man die Dinge eher selber lenken und leiten wollen? Stets eröffnet Ernst Kunz mit seinen Fragen Wahlmöglichkeiten, der Mensch ist selbstbestimmt und kann und soll diese Freiheit auch wahrnehmen. Die Reflexionen sind je einem eigenen Bilderbogen zugeordnet. Der Wandel der Natur ist als zentrales Leitmotiv in die Abfolge der Naturbilder einbeschrieben. Sie folgen einander in Überblendungen, es finden sich von Bild zu Bild Ähnlichkeiten in den Konturen, in Licht und Schatten, in Motiven und auch in der Materialität. Es ist ein christlicher Weg, der zur Zeit der toten Natur im Winter mit Bangen und Hoffen startet und auch Hader kennt. Der Sprecher erwähnt die «Angst, dass die Kraft nicht reicht». Winterlandschaft, von Wasser umflossene Steine im Flussbett, Holz in Form von Fassaden und Beigen, Holzstrukturen, das Spiel von Licht, Wolken und Schatten. Will man dem Licht eine Chance geben. «Manchmal weiss ich nicht, wer ich bin, warum ich so bin, wie ich bin.» 

Bei allem Zweifel – der Frühling kommt unweigerlich. 

Wahrnehmung und Achtsamkeit 

Die Natur erwacht zum Leben. Nun ringt der Sprecher um Fragen der Wahrnehmung und um persönliche Selbstvergegenwärtigung in dieser so höchst lebendigen Natur. Es geht um Achtsamkeit: die Fähigkeit, Dinge richtig wahrzunehmen und dabei auch Gefühle zu entwickeln. Es zeigt sich: Ewigkeit lässt sich nur im Augenblick erhaschen, der glückhafte Moment fügt sich dem Wunsch, dass er ewig währen möge; nicht Bäume spielen im weiteren Diavortrag eine zunehmend wichtige Rolle, Reflexionen umkreisen das blosse Dasein im Schatten eines Baumes, die Fähigkeit, zur Ruhe zu kommen und Kraft zu schöpfen.  

Im Bilderbogen rund um den Herbst gilt es schliesslich Wegzehrungen zu sammeln für den Winter. Muss das Leben wirklich vergehen? Die Frage ist von Wehmut getragen. 

Vergehen für neues ­Geschehen 

Ernst Kunz präsentiert mit seinen wunderbaren Bilderfolgen, die nichts anderes als ein Loblied der Natur darstellen, eine klare Antwort: Das Vergehen und Sterben muss sein, damit wieder Neues entstehen kann und Hoffnung einen Sinn hat. Gott, so der zutiefst christliche Gedanke, biete einem stets die Möglichkeit, wieder neu zu beginnen. Stets hat jeder und jede einzelne die Wahl. 

Die Reflexion zum 1. Advent gelingt, die rund 35 versammelten Besucherinnen und Besucher sitzen noch eine Weile ganz still im dunklen Raum da und brechen dann ohne Eile in ihre Adventszeit auf. Einer Adventszeit, der sie nicht einfach aus­geliefert sind, sondern die sie nach eigenem Bedarf und Gutdünken gestalten können. 

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