So will Viola Amherd den Militärdienst familienfreundlicher gestalten

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Führungskräfte sollen Sexismus frühzeitig erkennen und wissen, wie damit umgehen. (Symbolbild) Keystone

Die Erhöhung der Zahl der Frauen in der Armee ist bereits verschiedentlich im Parlament diskutiert worden. Auch Verteidigungsministerin Viola Amherd hat sich vorgenommen, Frauen vermehrt für den Militärdienst zu motivieren. Sind heute doch lediglich 0,9 Prozent der Armeeangehörigen weiblich. Nun hat das Verteidigungsdepartement (VBS) am Montag den Bericht «Frauen in der Armee» veröffentlicht mit einer Reihe von Vorschlägen zur Erhöhung des Frauenanteils im Militär.

Die von Bundesrätin Amherd eingesetzte Arbeitsgruppe hält in dem Bericht fest, der Militärdienst sei familienfreundlicher zu gestalten, damit «alle Erziehungsberechtigten (Mütter und Väter) ihrer Dienstpflicht nachkommen können.» Sowohl für Frauen als auch für Männer sei die Vereinbarkeit von Militärdienst, Ausbildung, Beruf und Familie für das Verbleiben in der Armee ein wichtiger Punkt.

Errichtet die Armee bald Kitas?

Daher seien verschiedene Massnahmen zu prüfen, wie etwa die finanzielle Unterstützung für die Kinderbetreuung, die Errichtung von Kinderkrippen und Kindertagesstätten oder Teilzeitarbeit für Berufsmilitärs. Die Vorgesetzten müssten mit Blick auf die Vereinbarkeit von Familie, Arbeit und Militärdienst «sensibilisiert sein und wissen, welche Unterstützung die Armee anbieten kann», heisst es in dem Bericht weiter.

Die Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG) begrüsst den Bericht in einer Mitteilung vom Montag. Sie erachte das Thema Frauen in der Armee «nicht nur als sicherheitspolitisch relevant, sondern auch als wichtig und dringlich für die Zukunft der Milizarmee». Deshalb habe sie bereits Ende letzten Jahres das Projekt «Armee und Fraueninklusion» lanciert. Seit Jahren habe die SOG der Armee immer wieder Vorschläge zur Frauenförderung gemacht. «Leider wurden diese bisher nicht berücksichtigt», heisst es weiter. So verharre der Frauenanteil in der Armee weiter konstant unter der 1-Prozent-Marke.

Ganz neu sind die von der Arbeitsgruppe gemachten Vorschläge allerdings nicht. CH Media hatte bereits früher über die Familien-Offensive von Verteidigungsministerin Amherd berichtet. Etwa darüber, ob künftig die Geburt eines Kindes als Verschiebungsgrund für den Militärdienst gelten solle. Mit Bedauern nimmt die Schweizerische Offiziersgesellschaft dagegen zur Kenntnis, dass «der wichtige obligatorische Orientierungstag für Frauen» erneut an der Hürde einer Verfassungsänderung scheitere. Der Bericht «Frauen in der Armee» stützt sich dabei auf ein Gutachten.

Frühzeitige Erkennung von Sexismus

Neu soll die Schweizer Armee laut dem Bericht eine Dienststelle für Frauen schaffen. Diese soll unter anderem verschiedene Aktivitäten im Bereich der Frauenförderung koordinieren und als Anlaufstelle für Fragen der Gleichstellung dienen, wie das VBS am Montag weiter mitteilte. Diese neue Stelle begrüsst auch die Schweizerische Offiziersgesellschaft. Sie erwartet, dass alle von der Arbeitsgruppe des VBS gemachten Vorschläge nun «rasch angepackt und umgesetzt» werden.

Zudem soll nach Ansicht der Arbeitsgruppe innerhalb der Armee generell ein Klima geschaffen werden, in welchem sich Betroffene «möglichst offen und geschützt äussern können», wie es in dem Bericht «Frauen in der Armee» heisst. Dazu brauche es klare Richtlinien, damit die Kader Sexismus und Gewalt früh erkennen und damit umgehen können. So soll etwa eine «Sanktionsskala» für Täterinnen und Täter sowie für Führungskräfte erarbeitet und ein Verhaltenskodex erstellt werden.

 
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