Martullo-Blochers Träume und die Realität

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Die Energieplanung der beim Regionalverband zofingenregio angeschlossenen Gemeinden gibt den Takt vor: Bis 2050 soll der gesamte Energiebedarf CO2-neutral und erneuerbar gedeckt werden. Ein sehr ehrgeiziges Ziel. Auf der «Road-Map» hin zu ihm gibt es ein gewichtiges Problem: die Versorgungssicherheit mit elektrischem Strom.

Mit neuen thermischen Kraftwerken, deren Primärenergie grösstenteils aus Erdgas stammen wird, könnte die Lücke geschlossen werden – was aber mit einem Mehr an CO2 verbunden ist. Eine andere Variante ist ein Weiterbetrieb der weitgehend CO2-neutral Strom produzierenden Kernkraftwerke. Diese könnten – streng kontrolliert und immer wieder auf den aktuellen Stand der Technik gebracht – noch einige Jahrzehnte am Netz bleiben.

Mit Photovoltaik und Wasserkraft könne die Stromlücke nicht geschlossen werden, sagte letzte Woche Magdalena Martullo-Blocher. Die Bündner SVP-Nationalrätin mit Wohnsitz im Kanton Zürich fordert deshalb, bestehende Kernkraftwerke weiter zu betreiben und langfristig ein neues Werk zu bauen. Das Problem ist tatsächlich da und gigantisch. Im Winter verbraucht die Schweiz rund 35 Terawattstunden (TWh), produziert aber nur deren 30, wovon die Kernkraftwerke 12 TWh liefern. Gehen die Kernkraftwerke vom Netz, dürfte sich laut Bundesamt für Energie der Importbedarf an Strom zeitweise gar verdreifachen. Ein Strom-Abkommen mit der EU ist mit dem Scheitern des Rahmenabkommens jedoch in weite Ferne gerückt.

Das kommt EU-Gegnerin Martullo-Blocher zupass. Aber es müsste ihr auch klar sein, dass es derzeit in der Schweiz keine Mehrheit für ein neues KKW gibt. Will man die Stromlücke mit Kernenergie überbrücken, dann müsste dies jetzt in die Wege geleitet werden können. Bewilligung, Projektierung und Bau eines Kernkraftwerks haben einen Zeithorizont von zwanzig Jahren.

Was auch in der jüngsten Diskussion ausgeblendet wird, ist, dass die Schweiz nicht nur ein Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen hat, sondern ein Technologie-Verbot. Kernenergie ist jedoch nicht gleich Kernenergie. Die zivile Nutzung der Kernenergie hat – allen Unkenrufen zum Trotz – nichts mit einer Atombombe zu tun. Der heute verwendete Brennstoff jedoch schon. Der Grund dafür ist so brutal wie einfach. Die Atombombe funktioniert nur mit Uran 235 oder Plutonium. Letzteres muss in Uran-Reaktoren erbrütet werden. Das schloss Thorium als zivilen Kernbrennstoff aus.

Gegenwärtig verfolgen vor allem Indien und China langfristig angelegte Reaktor-Entwicklungsprogramme zur Nutzung der enormen Energieressourcen, die in Thorium stecken. Unter den Projekten sticht der Thorium-Flüssigsalzreaktor hervor. Er weist eine Vielzahl von Vorteilen auf. Ein zentraler ist sein inhärent sicherer Betrieb. Damit ist gemeint, dass die Kettenreaktion aufgrund von Naturgesetzen von alleine gestoppt wird, sobald die Temperatur im Reaktorkern auf kritische Werte steigt. Der Eingriff des Menschen oder aktiver Sicherheitssysteme ist nicht erforderlich.

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