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Kantonsspital Baden behandelt so viele Patientinnen wie noch nie – bei schwachem Betriebsergebnis

Das Kantonsspital Baden (KSB) hat 2023 so viele Patientinnen und Patienten wie noch nie behandelt. Dem gegenüber steht aber das schwächste Betriebsergebnis seit knapp zwölf Jahren. Das teilt das KSB am Freitag mit.

«Leistung top, Ergebnis flop» – so das Eingangsfazit der Medienmitteilung des KSB zum Geschäftsjahr 2023. Einerseits habe das Spital sowohl im stationären als auch im ambulanten Setting so viele Patienten wie noch nie behandelt. Dieser hervorragenden Leistung stehe das schwächste Betriebsergebnis seit 2012 gegenüber, heisst es weiter.

Neue Rekordwerte erreicht

Abgesehen vom Betriebsergebnis zeigen die wichtigsten Parameter auf grün. Mit 22‘376 stationär behandelten Patientinnen und Patienten und 340‘471 ambulanten Konsultationen wurden die Rekordwerte aus dem Vorjahr übertroffen. Die Patienten würden demnach die medizinischen Angebote und Dienstleistungen schätzen, zieht das Spital als Fazit. Durchschnittlich betrieb das KSB 390 Betten – so viele wie noch nie und auch der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 469 Millionen Franken gesteigert werden.

Mit einem Betriebsergebnis von 24,1 Millionen Franken respektive einer EBITDA-Marge von 5,1 Prozent resultierte unter dem Strich dennoch das schwächste Jahresergebnis seit dem Jahr 2012. Zwar sei das Gesamtergebnis des KSB immer noch positiv, aber die Vorgabe des Eigentümers (Kanton Aargau), eine EBITDA-Marge von 10 Prozent, ist damit in weite Ferne gerückt. Dieser Wert bilde die Basis, damit ein Spital langfristig eigenständig funktionieren könne, so das KSB.

Was ist eine EBITDA-Marge?

EBITDA ist eine Unternehmenskennzahl und steht für Earnings Before Interst, Tax, Deprecation and Amortization. Die EBITDA-Marge ist eine der wichtigsten Kennzahlen im Hinblick darauf, ob ein Unternehmen mit seiner operativen Tätigkeit alle anfallenden Kosten deckt und zeigt, ob eine funktionierende Geschäftstätigkeit vorhanden ist.
Quelle: info.swisspeers.ch

Kosten können nicht gedeckt werden

Dabei machen vor allem die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen dem KSB – wie auch vielen anderen Spitälern in der Schweiz – sehr zu schaffen. Das zeigt unter anderem die Teuerung, das Schaffen von ambulanten Angeboten unter anderem auch an den Aussenstandorten KSB City, Muri, Brugg und Leuggern, allerdings würden diese die Kosten nicht decken, weil der ambulante Bereich seit Jahren unterfinanziert wird. Darüber hinaus schlagen auch die verbesserten Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden wie mehr Ferientage, höhere Vergütung bei Nachtschichten deutlich zu Buche.

«Im Gegensatz zu Unternehmen aus anderen Branchen können Spitäler diese Mehrkosten nicht einfach über eine Preiserhöhung auf die Kunden abwälzen», sagt KSB-CEO Adrian Schmitter. «Handlungsbedarf sehen wir darüber hinaus auch bei den gemeinwirtschaftlichen Leistungen, die im Kanton Aargau weit unterdurchschnittlich abgegolten werden. Dies lässt die Aargauer Spitäler auch im interkantonalen Wettbewerb schlecht aussehen», wird Schmitter weiter zitiert. Mit insgesamt 3531 Mitarbeitenden ist das KSB mittlerweile einer der grössten Arbeitgeber der Region. (az)