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Wie eine einfache Regelanpassung die Swiss League vor der Lächerlichkeit schützen würde

Das Offside-Tor des HC La Chaux-de-Fonds im Playoff-Halbfinal gegen den EHC Olten hat einen Missstand in der Swiss League aufgedeckt. Ein vor der Saison festgelegtes Reglement verhindert den Einsatz von TV-Bilder bei der Coaches Challenge. Noch haben die Beteiligen die Gelegenheit, weitere Peinlichkeiten zu vermeiden.

Das 1:0 des HC La Chaux-de-Fonds im zweiten Playoff-Halbfinalspiel gegen den EHC Olten gab zu Diskussionen Anlass. Die TV-Bilder zeigten deutlich, dass Chaux-de-Fonds-Topscorer Michael Huntebrinker zu früh im Oltner Drittel war und sich deshalb im Offside befand. Das sah auch EHCO-Sportchef Marc Grieder auf der Tribüne. Allein: Es nützte ihm nichts. Denn im Gegensatz zur National League, sind in der Swiss League Coaches Challenges (die Überprüfung einer Situation mittels Videobildern) wegen potenzieller Offside-Vergehen nicht erlaubt.

Wieso das so ist? Die kameratechnische Infrastruktur ist in den meisten Swiss-League-Stadien zu schlecht, als dass man die TV-Bilder für solche heiklen Entscheide zu Rate ziehen könnte. Deshalb haben Liga und Klubs anfangs Saison entschieden, dass in der zweithöchsten Spielklasse nur ein paar wenige Situationen dazu berechtigen, via Coaches Challenge nochmal beurteilt werden zu lassen (zum Beispiel Torhüterbehinderung).

Ligaführung versteckt sich hinter den Reglementen

Weshalb man nun aber in der entscheidenden Meisterschaftsphase der Swiss League trotz tadelloser TV-Bildern (Mysports überträgt alle Halbfinalspiele live) darauf verzichtet, den Trainern diese Möglichkeit zur Verfügung zu stellen, dafür hat niemand eine Erklärung. Die Ligaführung versteckt sich hinter den Reglementen und dem Umstand, dass man diese während der laufenden Saison nicht einfach so anpassen könne. Die Klubs schieben den schwarzen Peter der Liga zu, die Schiedsrichter halten sich raus aus der Diskussion. Klar ist aber: Sie würden die Bilder nur allzu gerne nutzen und damit die Fehlerquote senken.

Man stelle sich nun vor, dieses oben beschriebene Tor fällt in der Verlängerung des siebten und entscheidenden Finalspiels, entscheidet also über den Aufstieg in die National League. Der Beweis läge glasklar vor, die ganze Welt würde den Fehler erkennen. Aber man dürfte, aufgrund der unpassenden Reglemente, nicht eingreifen und den Fauxpas korrigieren. Das wäre ein handfester Skandal.

Es gibt eigentlich nur eine Lösung in dieser Diskussion: Spätestens im Swiss-League-Final müssen die TV-Bilder für eine breitere Palette an Coaches Challenges zugelassen werden. Immerhin: Die Ligaleitung lässt die Türe für eine kurzfristige Anpassung der Reglemente offen. Der Impuls in Form eines Antrags muss nun von den beteiligten Klubs kommen. Alles andere als eine flexible Herangehensweise wäre in diesem Fall lächerlich. Es steht viel auf dem Spiel. Und es wäre schade, würde die Fairness auf unnötige Art und Weise mit Füssen getreten.

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