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EVP will mit Lilian Studer das Unmögliche möglich machen: «Ich bin überzeugt, dass wir im Herbst etwas zu feiern haben»

Als letzte Aargauer Partei, die im Bundesparlament vertreten ist, hat die EVP ihre Nationalratskandidaturen nominiert. Lilian Studer (bisher) steht auf dem ersten Listenplatz und glaubt daran, dass sie ihren Sitz im Herbst verteidigen kann. Ob dies gelingt, hängt allerdings nicht nur von Studer und ihrer Partei ab.

Mehr als 17 Jahre sass Lilian Studer im Grossen Rat, seit dreieinhalb Jahren vertritt sie die EVP Aargau im Nationalrat und präsidiert auch die EVP Schweiz. Bei der Begrüssung der Mitglieder an der Generalversammlung am Donnerstagabend in Dottikon sagte Co-Präsident Roland Frauchiger, für die Kantonalpartei sei es wichtiger, dass Studer Nationalrätin sei.

Den Sprung ins Bundesparlament schaffte Studer bei den Wahlen im Herbst 2019 dank einer Listenverbindung mit der BDP. Gemeinsam erreichten die beiden kleinen Parteien einen Wähleranteil von 6,7 Prozent. Da die EVP besser abschnitt als ihre Listenpartnerin, ging das Mandat an Studer. Inzwischen hat die BDP mit der CVP zur Mitte fusioniert – für die EVP heisst das: Sie muss einen neuen Partner suchen.

Nationalrätin Lilian Studer sprach an der Generalversammlung.
Henry Muchenberger

Tritt die EVP alleine an, dürfte der Sitz von Studer verloren gehen. Vor vier Jahren kam die Partei auf einen Wähleranteil von 3,6 Prozent, das reicht nicht für ein Mandat. Mit wem die EVP bei den Wahlen 2023 kooperiert, ist offen: An der Generalversammlung wurde keine Listenverbindung beschlossen. Auf die Frage eines Mitglieds sagte Co-Präsident Frauchiger: «Wir haben klare Vorstellungen, es finden Gespräche statt, in den nächsten Wochen dürfte sich die Frage einer Listenverbindung klären.»

EVP nominiert acht Frauen und acht Männer

Dafür nominierte die EVP als letzte Aargauer Partei, die im Bundesparlament vertreten ist, ihre Kandidaturen für die Nationalratsliste. Spitzenkandidatin ist natürlich die bisherige Nationalrätin Lilian Studer, dahinter folgt Grossrat Urs Plüss.

Nationalratsliste EVP Aargau

ListenplatzNameWohnort
1Studer, Lilian (bisher)Wettingen
2Plüss, UrsZofingen
3Dietiker, ThereseAarau
4Frauchiger, RolandThalheim
5Schürch-Meder, ClaudiaZofingen
6Seibert, UrielSchöftland
7Bärtschi, IreneHirschthal
8Minder, ChristianLenzburg
9Müller-Hefti, BarbaraBrugg
10Fischer-Lamprecht, LutzWettingen
11Baumann-Mettler, DeboraBoniswil
12Blunier, JoelBuchs
13Guhl, SilviaOeschgen
14Baumgaertner, LucienStrengelbach
15Herzberg, SerainaMuri
16Weber, JonasGontenschwil

Quelle: EVP Aargau

Auf den Plätzen drei und vier findet sich mit Therese Dietiker und Roland Frauchiger das Co-Präsidium der EVP Aargau. Mit Fraktionschef Uriel Seibert, dem reformierten Synodenpräsidenten Lutz Fischer-Lamprecht und Christian Minder stehen drei weitere Grossratsmitglieder auf der Liste.

13 der 16 EVP-Nationalratskandidatinnen und -kandidaten (v.l.n.r.): Urs Plüss, Joel Blunier, Barbara Müller-Hefti, Seraina Herzberg, Lilian Studer, Roland Frauchiger, Therese Dietiker, Claudia Schürch-Meder, Uriel Seibert, Christian Minder, Debora Baumann-Mettler, Lutz Fischer-Lamprecht, Irene Bärtschi.
Henry Muchenberger

Spitzenkandidatin Lilian Studer zeigt sich optimistisch

«Unmögliches möglich machen: Wir haben mit dem Sitzgewinn 2019 bewiesen, dass wir das können.» Das sagte Lilian Studer in ihrem Referat und betonte, vor vier Jahren hätte niemand damit gerechnet. «Und warum haben wir das geschafft? Weil wir daran geglaubt und dafür gearbeitet haben», sagte Studer. Die Nationalrätin gab sich überzeugt, dass die EVP im Oktober erneut etwas zu feiern haben werde.

Sie verwies auf Thomi Jourdan, der im Februar in Basel-Land in den Regierungsrat gewählt wurde – als erster EVP-Vertreter überhaupt. Dies sei ein Beispiel, dass vermeintlich Unmögliches eben möglich sei. Wichtig sei ein gewisses Selbstbewusstsein, obwohl EVP-Mitglieder eher bescheidene Leute seien. Lilian Studer rief die Kandidierenden auf, ebenfalls selbstbewusst aufzutreten im Wahlkampf.

Wahlreserve der EVP Aargau liegt bei 64’000 Franken

Vizepräsident Peter Rytz, der die Nomination der Kandidatinnen und Kandidaten moderierte, wies darauf hin, dass die Liste mit acht Männern und acht Frauen ausgeglichen besetzt sei. 13 der 16 Kandidierenden waren anwesend, sie bauten zusammen eine Brücke aus roh gesägten Brettern. Dies ohne Nägel, Schrauben oder weitere Hilfsmittel – doch das Werk der Partei, die sich als Brückenbauerin versteht, erwies sich als stabil.

Kassierin Judith Fuchs berichtete von einem grossen Spendeneingang, mit dem ganzen Ertrag wurden Reserven für den Wahlkampf gebildet. Diese Rückstellungen belaufen sich auf 64’000 Franken, was die Finanzchefin als erfreulich bezeichnete. Weniger positiv entwickelte sich die Mitgliederzahl, laut Co-Präsidentin Dietiker war ein Rückgang auf noch 464 Personen zu verzeichnen.